Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

NS

nis eines Bürgers zu Gunsten des Schulhausbaues. Erst im
Jahre 1576 wurde der Schulbau vollendet. Er lag auf dem
dreieckigen Platze am östlichen Eingange der Altneugasse. Das
alte Schulhaus an der Schloßkirche wurde erneuert und vermutlich
 als deutsche Schule weiter benutzt.
An der lateinischen Schule wurde außer dem Schulmeister
ein Helfer oder Unterschulmeister angestellt, der aus den Mitteln
des 1569 aufgelösten Stiftes St. Arnual besoldet wurde. In der
Stiftsrechnung vom Jahre 1573 findet sich Herr Johannes Moller
als »Pfarrherr zu Gerschweiler und Helfer an der Schul zu
Sarbrucken« mit der Besoldung von 30 Gulden aufgeführt.
Der Schulmeister oder Ordinarius wurde, wie schon erwähnt,
von den Bruderschaften zu St. Georgen, St. Nikolaus und St.
Johannes besoldet. Dazu kam aus dem Stift St. Arnual eine
jährliche Rente von 3—4 Malter Korn, die auf 12 bis 16 Gulden
angeschlagen werden kann; außerdem hatte er freie Wohnung
im Schulhaus und die Nutzung eines Gartens.
Der Schulmeister erhielt im Jahre 1600 folgende Besoldung
Von St. Georgen Bruderschaft . , 41 Gulden 21 Albus
St. Niklas 6 » 16»
St. Johannis n . 27 5 16
St. Arnual 4 Malter Korn = Io

3%

Sa. 91 Gulden 23 Albus
Der Helfer oder Collaborator erhielt in demselben Jahre:
Aus dem Stift St. Arnual . . . 30 Gulden
Von St. Georgen Bruderschaft . 25 ”
St. Niklas » .. 06 N
St. Johannıs » . ‚o
= Sa. 80 Gulden

Das Einkommen der Lehrer wurde also gegen früher bedeutend
 gebessert. Freilich ist auch die große Preissteigerung
des 16. Jahrhunderts in Anschlag zu bringen.
Mittlerweile war Graf Johann IV., der dem alten Glauben bis
an sein Ende treu geblieben war, am 23. November 1574 gestorben.
Sein Nachfolger, Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg, war im
evangelischen Glauben erzogen und hatte auf der Universität Jena
studiert, die ihn sogar zu ihrem Rektor ernannte. Graf
Philipp III. führte die Reformation in Saarbrücken durch und
wendete auch dem Schulwesen seine Aufmerksamkeit zu. Am
            
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