Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Schuldiener Boldt, ein Veteran aus den Befreiungskriegen, den
das eiserne Kreuz geschmückt hatte.
Am 15. März 1871 konnten Lehrer und Schüler der ehrwürdigen
 Gestalt des neuen deutschen Kaisers bei der Rückkehr
 auf den vaterländischen Boden zujubeln. Am 18. Juni
beteiligte sich das Gymnasium an dem Festzuge, den die beiden
Städte zur Feier des Friedensschlusses veranstaltet hatten. Am
9. August 1874 zogen Lehrer und Schüler mit auf den Winterberg,
 um das Siegesdenkmal einzuweihen. Der 6. August, der
Tag von Spichern, der die Städte von Feindesnot befreit
hatte, wird seit 1875 alljährlich mit einer Schulfeier begangen.
Im Jahre 1875 wurde der Schluß des Schuljahres vom
Herbst auf Ostern verlegt und dadurch die erwünschte Übereinstimmung
 zwischen den rheinischen und den anderen
preußischen Schulen hergestellt. Die Schüler hatten dadurch
den Vorteil, daß sie, wenn sie tüchtig waren, eine Klasse in
einem halben Jahre durchmachen konnten. Am 18. Juni 1875
beehrte der Kultusminister Dr. Falk das Gymnasium mit seinem
Besuche, nahm die Räume in Augenschein und richtete einige
freundliche Worte an das Kollegium. Der Einwirkung des
Ministers war es zu danken, daß der Staat die noch der Stadt
gehörigen drei unteren! Schulsäle für 9000 Mark erwarb und
sie dem Gymnasium zuwies. Da die Realklassen aufgehoben
waren, so gestalteten sich jetzt die räumlichen Verhältnisse
etwas günstiger, und es konnte 1878 die Teilung der Tertia
vorgenommen werden, die damals 48 Schüler zählte,
In dieser Zeit machte sich in einigen Kreisen der Einwohnerschaft
 eine starke Verstimmung gegen das Gymnasium
bemerkbar, dem man allzugroße Strenge bei den Versetzungen
vorwarf. Die Folge davon war, dal viele nicht versetzte
Schüler auf die benachbarten nichtpreußischen Gymnasien
übergingen und hier ihre Ausbildung vollendeten. Bei jenem
Vorwurf gegen die Schule wurde jedenfalls die schwierige
Lage des Saarbrücker Gymnasiums, das in der Südwestecke
der Monarchie eine isolierte Stellung einnimmt, nicht genügend
gewürdigt. Die Stadt St. Johann ging soweit, ihren Beitrag zu
den Unterhaltungskosten des Gymnasiums zurückzuziehen, mit
der Begründung, daß so viele Bürger gezwungen würden, ihre
Söhne auf auswärtigen Schulen zu halten. Die Schulbehörde,
die im übrigen den Klagen gerecht wurde, mußte deshalb den
            
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