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1865 Licentiat Dr. Wilhelm Hollenberg, vorher Oberlehrer
am ‚Joachimsthal’schen Gymnasium zu Berlin, als Direktor
eingeführt. Hollenberg erwarb sich gleich zu Anfang seines
Direktorats ein besonderes Verdienst durch Begründung der
Lehrerwitwen- und Waisenkasse, deren Grundstock der Ertrag
einiger von Hollenberg gehaltenen Vorträge bildete, Diese
Summe vermehrte sich durch Vorträge verschiedener Lehrer und
Beiträge von Freunden der Schule so, daß 1868 bereits 1800
Taler vorhanden waren; das Kapital beträgt jetzt 23000 Mark.
Durch diesen Erfolg ermutigt, sammelte Hollenberg seit dem
Jahre 1875 einen Stipendienfonds zugunsten ehemaliger
Schüler des Gymnasiums und brachte allmählich ein kleines
Kapital zusammen, das jetzt auf 14000 Mark angewachsen ist.
Die Zinsen kommen alljährlich einem würdigen und bedürftigen
ehemaligen Schüler zugute.
Am 30. November 1865 fand eine Schulfeier zur Erinnerung
an den vor 50 Jahren vollzogenen Anschluß der Grafschaft
Saarbrücken an Preußen statt. Aus diesem Anlaß veröffentlichte
Oberlehrer W. Schmitz eine geschichtliche Darstellung
dieser Vorgänge. . Aber bald nachher verriet Kaiser
Napoleon, daß Frankreich auf den Besitz unseres Grenzlandes
noch nicht verzichtet hatte.
Im Sommer des Jahres 1870 schlugen die Wogen des
Krieges auch an die Pforte des Gymnasiums. Die schriftliche
Reifeprüfung war gerade beendet, als der Krieg ausbrach und
die wehrpflichtige junge Mannschaft zu den Waffen gerufen
wurde, Alle vier Abiturienten konnten von der mündlichen
Prüfung befreit werden, zu der es doch an Ruhe fehlte. Der
Schulamtskandidat Friedrich Schröter, drei Abiturienten und
zwei Sekundaner folgten dem Rufe des Königs. Obwohl nun
seit dem 19. Juli der kleine Krieg der Vorposten sich in unmittelbarer
Nähe abspielte, wurde der Unterricht ruhig weitergeführt;
ja, am Nachmittag des 28. Juli donnerten die französischen
Kanonen vom Spicherer Berg, und die Granaten
fielen bis in die Vorstadt, während im Gymnasium Unterricht
gehalten wurde; erst die Besorgnis, die Stadt könnte beschossen
werden, veranlaßte den Direktor Hollenberg, die Schüler schnell
nach Hause zu schicken. Trotzdem versammelten sich Lehrer
und Schüler am nächsten Tage wieder zum Unterricht und
lagen ihrer gewohnten Pflicht ob, bis am 2. August der Feind
in großen Massen anrückte, um Saarbrücken zu erobern. Die