Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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und Geschichte, Schwalb für Deutsch und Goldenberg für
Naturwissenschaft. Gustav Pfarrius, der ebenfalls in jener
Zeit am Gymnasium tätig war, eine dichterisch beanlagte
Natur, verstand gewiß das Gemüt und die Phantasie der
Schüler fruchtbar anzuregen. So wurden damals gute Erfolge
im Unterricht erzielt; die Urteile der wissenschaftlichen Prüfungskommission
 in Bonn über die Abiturientenarbeiten lauten
fast durchweg anerkennend. Jahr für Jahr ohne Ausnahme
wurden den Jahresberichten der Lehrer wissenschaftliche Abhandlungen
 beigegeben; Ottemann selbst ging darin seinen
Kollegen mit dem guten Beispiele voran. Unter diesen Aufsätzen
 finden wir tüchtige Arbeiten fachwissenschaftlichen oder
pädagogisch-didaktischen Inhalts. Gesunde Gedanken enthält
z. B. die Abhandlung von Schwalb aus dem Jahre 1827:
»Über die innigere Vereinigung der höheren Bürger- und der
Gelehrtenschule in dem Gymnasium«. Schwalb zeigt sich beinahe
 als Anhänger der heute so beliebten Reformschule, wenn
er sagt (S. 26): »Man treibe unten die neueren Sprachen, als
ob es auf diese allein angelegt wäre, beginne aber mit Tertia
einen wahren Sturm auf die Alten.« Nicht minder beachtenswert
 ist der Aufsatz von Silber (1846): Ȇber den philologischen
 Unterricht in den Gymnasien« ; man wird noch heute
dem Verfasser in den meisten Fragen beistimmen können.
Aber die Tätigkeit der Gymnasiallehrer beschränkte sich
nicht auf die Schule, sondern befruchtete auch das öffentliche
Leben. ÖOÖttemann war sehr musikalisch; er gründete den
noch heute unter anderem Namen bestehenden Saarbrücker
Gesang- und Instrumental-Verein, den er auch längere Zeit
leitete. Schröter rief 1840 den historisch-antiquarischen Verein
ins Leben und weckte das Interesse für die Geschichte der
Heimat, besonders für die fast überall zu Tage kommenden
Reste der Römerzeit. Schwalb stellte in dem Programm von
1848 die landschaftlichen Wörter an der Ober- und Mittel-Saar
zusammen und legte dadurch den Grund zu einem Idiotikon
der Saargegend, das leider noch immer nicht vollendet ist.
Goldenberg endlich, der ein hervorragender Geologe und
Paläontologe war, hat sich große Verdienste um die Erforschung
 der Saarbrücker Steinkohlenformation erworben. Er
suchte auch das Interesse für seine Wissenschaft in weitere
Kreise zu tragen, indem er 1851 in einer Festrede die Naturwissenschaft
 als eine Wissenschaft des Lebens behandelte.
            
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