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für die neueren Sprachen gewonnen war, blieb der Besuch
der Realklassen schwach, und im Jahre 1871 erklärte die
städtische Behörde selbst, daß sie keinen Wert auf ihren
Fortbestand lege. Die Stelle des Lehrers der Realklassen
wurde deshalb nicht wieder besetzt, aber die noch vorhandenen
Schüler von Lehrern der Anstalt bis zur Erreichung
ihres Zieles (Herbst 1874) unterrichtet, wozu die Städte die
Mittel bewilligten. Im Jahre 1875 wurde wahlfreier Unterricht
im Englischen für die Schüler der oberen Klassen (von IIa ab)
eingeführt und damit den Bedürfnissen des praktischen Lebens
Rechnung getragen.
VIII. Die Entwickelung des Gymnasiums
in der neuesten Zeit.
Aus der Zeit des Direktors Ottemann (1834—1853) ist
vor allem bemerkenswert, daß 1834 für den Unterricht und
für die wissenschaftlichen Anforderungen feste Normen gegeben
wurden durch die Einführung eines allgemeinen Lehrplanes
für die Rheinprovinz und durch eine Abiturienten-Prüfungsordnung.
1837 wurde der rheinische Lehrplan durch
eine für alle Gymnasien des preußischen Staates verbindliche
Unterrichtsordnung ersetzt.') Ottemann war ein tüchtiger
Direktor, ein vortrefflicher Lehrer und ein sehr vielseitig gebildeter
Mann. Sein Hauptlehrgebiet bildeten Mathematik und
Physik; in diesen Fächern wußte er seine Schüler außerordentlich
zu fördern und führte sie auch in schwierigere Gebiete
dieser Wissenschaften ein. Wenn 1832 von fünf Abiturienten
zwei erklärten, Mathematik studieren zu wollen, so ist dieser
Entschluß gewiß dem anregenden Unterricht Ottemanns zuzuschreiben.
Dieser erteilte außerdem den griechischen Unterricht
in den oberen Klassen. Neben ihm wirkten tüchtige
Lehrkräfte wie Schröter und Bernhardt für alte Sprachen
N Moldenhauer, Geschichte des höheren Schulwesens der Rheinprovinz
S. 77.