Full text : Das Gymnasium zu Saarbrücken

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Damit stimme die große Frequenz der unteren, die Leere der
oberen Klassen überein und führe zu der Annahme, daß von
100 Schülern beiläufig 90 denjenigen Unterricht in der Anstalt
nicht fänden, den sie für ihre Verhältnisse und ihren Beruf
für notwendig erachteten,
Der industrielle Aufschwung der Gegend, besonders seit
der Eröffnung der Eisenbahn (1852), und die Ausdehnung der
technischen Betriebe erforderten nach dem Gutachten der
Kommission durchaus eine auf der Höhe der Zeit stehende
Realschule, welcher eine Gewerbeschule und, um allen Bedürfnissen
 zu genügen, Gymnasialklassen bis Sekunda einschließlich
 angegliedert werden sollten. Zu den Kosten sollten
die bisherigen Einkünfte des Gymnasiums herangezogen und
der mutmaßliche Fehlbetrag von 2400 Talern zu Hälfte von
dem Staate, zur Hälfte von den Städten getragen werden,
Diese Anträge wurden von den Gemeinderäten beider
Städte und dem Samtgemeinderat fast einstimmig gebilligt; nur
Bergrat Sello war der Ansicht, daß derselbe Zweck durch ein
Gymnasium erreicht werden könne, und daß deshalb die Aufhebung
 dieser Anstalt nicht nötig sei. Es wurde darauf der
entsprechende Antrag an die Regierung gerichtet, doch diese
schützte das Gymnasium in seinem Bestande, als die einzige
humanistische Anstalt in einem dichtbevölkerten Bezirke;
anderseits versagte sie den Wunsch des Gemeinderates nicht,
als dieser die Genehmigung zur Errichtung einer Provinzialırewerbeschule
 nachsuchte. Aus dieser Schule, die im Jahre
1856 ins Leben trat, hat sich die heutige Oberrealschule entwickelt.


Bei der Revision, welche der Provinzialschulrat Dr.
Landfermann im Sommer 1857 abhielt, berührte er auch die
unverkennbar schwierige Lage des Gymnasiums und erklärte,
daß nur andauerndes Festhalten an der Aufgabe des Gymnasiums’
 frommen, falsche Konzessionen aber den Gegnern der
Gymnasialbildung die Waffen in die Hand geben würden,
Die Lage der Realklassen schien sich etwas günstiger
zu gestalten, als 1865 den vom Griechischen befreiten Sekundanern
 nach einjährigem Besuche der Klasse die Zulassung
zum einjährig-freiwilligen Heeresdienst in Aussicht gestellt
wurde, während bisher von diesen Schülern das Zeugnis für
Prima verlangt worden war. Die Realsekunda wurde wiederhergestellt,
 aber, obwohl in Otto Petry eine tüchtige Lehrkraft
            
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