Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

C. Chronik der Abtei Wadgaffsen.

Übergab des Hoch-Gerichts in der Pfarr Wadgassen an
den Abten mit einverleibtem Reversal-Brief de An. 1466.
Wir Antonius von Gottes Guaden Abt der Kirchen unser lieben Frauen zu
Wadgassen, gelegen in dem Bischthum von Trier in der Grafschaft Saarbrücken,
und wir Prior, und Convent gemeiunlich des genaunten Klosters wißen Prämon—
stratenser-Ordens, thun kund, als der Wohlgebohrne Graf, Graf Johann von
Nassan und zu Saarbrücken, Herr zu Heynßberg und zu Lewenbergs, unser guä—
diger Junker, Stifts-Herr und Schirm-Herr unseres Gotteshanß Wadgassen itzt
genanut ist, sein Voreltern Grafen zu Saarbrücken seeliger Gedächtnuß uns fun—
diret, gestiftet und begabet hant, und nun darzu angesehen hat, solchem grossen
Gunst und Willeu, die selben zu unser Kirchen gehabt und angelegt, soliche Fun—
dation und Stiftung weiter zu freyen, zur Besserungen, und Mehrungen den
Gottesdienst in derselben Kirchen zu vollbringen uns zu ewigen Tagen zugestellt,
und gegeben hat, immermehr soliche hohe Gericht au mißthätigen Luten, und hohe
Bussen sein Vor-Elteren Grafen zu Saarbrücken, und er bis auff diesen heutigen
Tag gehabt, und ihne zugestanden hant, zu Wadgassen und in der Pfarr darzu
gehörig, mit allen Rechten, wie sie die bisher ingehabt haut, iumaß der Brieff
sein Guaden uns darüber gegeben hat, inhält, der von Wort zu Wort heruach
geschrieben stehet, und also lantet:
Wir Johann Graf zu Nassau und zu Saarbrücken, Herr zu Heyußbers und
zu Leivenberg ꝛc. thun kund und bekennen uns gen' allermäuniglich ꝛc.
Da bekeunen wir Abt, Prior u d Convent vorgenannt vor nus, unser Nach—
kommen, daß der vorgenanut uunser gnädiger Juncker um Gotte:, Mariä seiner
würdigen Mutter von eigenem freyen Willen seinen Guaden Voreltern, seiner
und seiner Erben und Nachkommen Seelen zu Trost und zu Heil derselben wir
auch in unserem Gebett und Aemteren der heiligen Messen, nad allen anderen
guten Werken gedencken sollen, solliche hohe Gericht, immassen v rgenannt, gege—
ben und zugestellt hat, und wir ensollend das benannt Hochgericht von unserem
vorgenaunten Gotteshauß nit änderen, noch in kein oder ander Hände oder
Herrschafft stellen verschreiben oder verpflichtigen, und ob Sach wäre, daß wir
solich hohe Gericht nicht gehandhaben könnten, oder in Aenderung durch uns
oder unsere Nachkommen bringen, ziehen, oder stellen wollen, so sollen und wollen
wir solliche den Grafen zu Saarbrücken wieder zustellen, und übergeben, und
niemand anderst, wäre auch Sach, daß unser Gotteshauß Eebrech hätt, oder
Gewinn anmassen, oder geseig, so sollen wir und nusere Nachkommen, die zur
Jeit wehrend zu unserem vorgenannten gnädigen Junckern, und seinen Erben,
und Nachkommen, Grafen zu Saarbrücken, oder ihren Amtleuten kommen, und
des Rath an ihne nehmen, und wo sie uns bescheiden die gesey zu nehmen, soll
geschehen, wir ensollen, noch enwollend auch keinen anderen Schirmherrn nit
suchen, noch uffnehmen, dann einen Grafen zu Saarbrücken und ein jeglich Abt,
so der wird, soll bei einen Grafen von Saarbrücken kommen, und sich des gen
ihuen erkeunen, doch ohne jeth davon zu geben, derselbst unser gnädiger Juncker,
sein Erben, und Nachkommen, Grafen zu Saarbrücken sollent unser Gotteshauß,
uns, und unser Nachkommen auch bey unserm aiten Herkommen und Rechten
lassen, getrenlich handhaben, und schirmen nach ihrem Vermögen ungevehrlichen
alle vorgeschriebene Sachen, Punct und Aitikul in beyden vorgenannten Brieffen
hegriffen, globen wir Antoni Abt bey unseren Würden, und wir Prior und
convent zu Wadgassen vorgenannt. vor uns und unsere Nachkommen ben Ge—
            
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