Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

C. Chronik der Abtei Wadgassen.

1465. Der Meier Hans Biese von Saarbrücken läßt von einem Notar
eine Erklärung von Henechen Snyder, meyer, und Peter Snyder und Theckel,
Hansen Eidain, Schöffen in Saarbrücken, aufnehmen, die sagen, sie seien
auf St. Wendelinstag auf Teding in Onesheim gewesen und hätten ge—
hört, daß der Abt von Wadgassen daselbst Bann und Mann, Zugk und
Flugk habe; die Junker hatten das Recht, sich einen Meier und Schöffen
da zu halten, sollen bei Wadgassen Recht suchen, die Bussen, die auf ihrem
Gut fallen, gehören ihnen ete. — dabei waren der veste Junher Jo—
hann von Saarbrücken, Schaltheiß Hechenne, Bürger von St. Johann und
andere,
1465. Johann von Lothringen verlangt Subsidien von Wadgassen,
gibt aber nach, nachdem er die Briefe eingesehen.
1465 —— Fridag nach sondage Oculi. — Die Schöffen ete. haben auf
ihre Kosten einen neuen Altar in Differten, worauf 14 täglich eine
Messe gelesen werden soll, gestiftet; sind sie (wer? nicht genannt) säumig,
so soll ihr Kirchseyngherr von „unsers Herrn von Wadgassen“ an ihr hab
pfenden ete. — Jungk Reg.
1465. Vor 240 Jahren hatte Gertrudis von Saarbrücken die Ca—
pelle in Diffurteu geschenkt. Dieses sacelli (altar) war vom Weih—
bischof von Trier 1465 dediciert, sollte aber nicht consecrirt werden, bis
daß festes Versprechen erfolgte, daß daselbst in bestimmten Zeiten ein Amt
gehalten werde. Bewohner versprechen, es solle alle 14 Tage geschehen;
dem Abt von Wadgassen ist die Ansführung übertragen.
Diffurt, vorher sarepontanisch (Warndt), gehört jetzt zum Amt Bolchen—
Lothringen. Seine Lage ist weder angenehm noch gesund; eng zwischen
Vergen eingeschlossen, liegt ein sumpfiges Thal, daneben sandige, steinige
AÄcker. Die St. Gangolf geweihte Kirche wird von weither besucht, beson—
ders von Lahmen und anderen Kranken, welche an einer Wasserheilquelle
durch Trinken oder Baden oft plötzliche Hilfe finden; eine Kapelle, auf
einem Hügel liegend, wird erwähnt, auch Haeretici kommen hin; eine
Bruderschaft bildet sich, welche später durch den Krieg aufgelöst wurde.
1 von Differten gehörte (damals) mit Gericht zu Wadgassen. (Annales.)
1466 — Samstag nach 12 Boten Scheidung — erklären Johann
von Alben genaunt von Berus und Frau Elsa von Saarbrücken, daß sie
Wadgassen verkaufen, was sie von diesem Kloster zu Lehen gehabt — er
imd sein Vater, zu Schwalbach 14 Kappen und 5 Malter Frucht, halb
Korn und halb Haber, und ein Wäldchen, stoßet an Noßholz; zu Lißdorf
und Eunsdorf 15 Köppen und 47 Blanken, auch hat das Kloster zu
Lißdorf 53 Gulden jährlich von einer Erbschaft — so sie etwas versetzt,
fannses das Kloster wieder lösen um 400 Gulden, die er erhalten, und
verspricht, dieses Geld wieder als Wadgasser Lehen anzulegen, auch wird
ihn Rückkauf gestattet Mit den beiden Eheleuten siegeln: Albert v. St.
Martin zu Longeville und ihr lieber Vetter zu Dahlheim. — Verzichten
1481 auf Wiederktaufsrecht.
1466 mai 2. kommt zwischen Wadgassen und Saarbrücken ein Ver—
trag zustande, wonach der Graf Johann dem Abt Antonius die unbe—
schränkte Hochgerichtsbarkeit in der Pfarr Wadgassen überträgt. Wir lassen
denselben nach dem Promemoria (S. 34-36) hier folgen:
            
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