Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

H. Wadgassen unter Frankreich. 
gibt demselben das Zeugnis eines ruhigen Bürgers uund stellt den Antrag 
zu seiner Freilassung. 
11. Mai. Wiederholte Warnung, die Bewohner der angrenzenden 
lothringisch-französischen Orte, welche an Sonn- und Festtagen die dies— 
seitigen Kirchen besuchen, um dem Meßdienste unbeeidigter Priester beizu— 
wohnen — nicht zuzulassen. Die Municipal-Verwaltungen werden aufge— 
fordert, allen Pfarrern zu verbieten, genannten Fremden den Eingang 
in ihre Kirchen zu gestatten, bei Strafe der Deportation. — Fremde Be— 
sucher sollen durch die Gendarmerie zerstreut und jeder verhaftet und als 
Emigrant betrachtet werden, der ohne Paß betroffen wird. 9. Rovemnber 
1799. Sturz des Direktoriums zu Paris. Einsührung des Consulats— 
Bonaparte prèmier Consul.“ 
Unter dem Einflusse Napoleons hatten die harten Bedrückungen der 
Bevölkerung etwas nachgelassen; es vollzog sich bald eine bessere Ordnung 
in der Verwaltung. Er war jedoch weit entfernt, die alten Zustände wie— 
derherzustellen und errichtete sein Staatsgebäude auf den Errungenschaften 
der Revolution. 
Inzwischen wurde am . Febr. 1801 mit Deutschland der Friede 
zu Lünerille abgeschlossen, durch welchen der Rhein als Grenze zwischen 
Deutschland und Frankreich gesetzt und die diesseitigen Landesteile also 
definitin abgetreten wurden. — — — 
—ERXS vom 15. Juli 1801 zwischen Pius VII. und der 
französischen Regierung stellte auch den Frieden zwischen Kirche und Staat 
wieder her. Behielt letzterer auch das durch die Revolution der Kirche 
Entrissene, so wurde doch die katholische Religion als Überzengung der 
Mehrheit der französischen Bürger anerkannt, ihre freie öffentliche Aus— 
übung gestattet und für die nötigsten Bedürfnisse eine Abhilfe vonseiten 
des Staates gesichert. Den veränderten Verhältnissen entsprechend sollte 
eine neue Circumscription der Erzbistümer, Bistümer und Pfarreien vor— 
genommen werden. 
Die neue Organisation ließ den alten Zusammenhang unberücksichtigt, 
sondern lehnte sich an die vorhandenen Departementsgrenzen an. In jedem 
Canton wurde eine Cantonalpfarrei errichtet und innerhalb der Cantone 
nach Bedürfnis Succursal-, Annexkirchen und Kapellen. Sämtliche 
Pfarreien des Moseldepartements wurden damals dem Bistum Metz unter— 
stellt, wogegen das Bistum Trier auf das Saardepartement beschränkt 
blieb. Es zählte 834 Kantonspfarreien mit 245 Succursalen. Die 
aa gehörte seitdem zu Metz und büßte dabei sogar ihren 
Namen ein, indem sie nach dem Mittelpunkte der bürgerlichen Verwaltung 
von Schafthausen benannt wurde. 
Aus politischen Gründen hatte die französische Regierung die Gesetze 
und Dekrete über die Säcularisation der geistlichen Güter und des Kirchen— 
vermögens in den 4 rheinischen Departementen nicht sogleich zur Publikation 
und Ausführung gebracht. Nachdem aber nun diese Länder definitiv mit 
Frankreich vereinigt waren, stand der Ausführung der französischen Gesetze 
kein Hindernis mehr im Wege. Am 16. Juli 1802 machte der Präfect 
von Trier bekannt, daß in Folge Beschlusses deẽ Konfmñ vom 10. Juni 
in den vier durch den Lüneviller Frieden mit Frankreich vereinigten De— 
vartementen alle geistlichen Körperschaften aufgehoben seien und daß ihre 
598
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.