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H. Wadgassen unter Frankreich
tember 1805 dieser Schwindel beseitigt und am 1. Januar 1806 wieder
der alte Kalender eingeführt wurde.
Unserer Gegend sollte, wie gesagt, auch der Schrecken der Guillotine
nicht erspart bleiben. Schon am 11. Dezember 1793 bluteten zwei un—
schuldige Einwohner des Ortes Güdingen, welche auf eine nichtssagende
Anklage hin zum Tode verurteilt wurden, unter dem Beile dieses Schrek—
kensinstrumentes auf dem Schloßplatze zu Sgaarbrücken. Den 7. Ventôse
und den 17. Floreal usw. des Jahres II. verurteilte das Tribunal revolutionaire
von Paris folgende Unglückliche zur Guillotine:
1. Madame Dreyer, geboren Barbe Souty, von Saarlouis,
2. Philipp Dominique, 46 Jahre alt, Tagelöhner, Bote von Oberesch,
3. Jean Pierre Scharff, 62 Jahre alt, Kaufmann aus Saarlouis,
4. Guillaume Schmitt, 80 Jahre alt, Weißgerber und Kaufmann aus
Saarlouis,
5. Seine Tochter Gertrude Schmitt, Wittwe de Galhau aus Fremmersdorf,
6. André Dusable, 53 Jahre alt, Rotar aus Saarlouis,
7. Johann Homburger, Kaufmann aus Saarlouis,
8. Sein Schwiegersohn Nicolas Gussele,
9. Caspar Henry, 40 Jahre alt, exconstitutioneller Priester aus Ferange,
10. Jean Sebastian Hautz, Kantons-Friedensrichter aus Saarlouis,
11. Pierre Bogard, 53 Jahre alt, Maire von Saarlouis und Admini—
strator des Departements de la Moselle aus Saarlouis,
12. Guillaume Wagner, Ex-Adminstrator des Moseldepartementes aus
Saarlouis. (11. und 12. wegen Begünstigung des Klosters Wad—
gassen. — Baltzer).
13. Jean Hayer, Lazaristen-Pater aus Saarlouis,
14. Der Ex-Marquis J. Bapt. Rob. de Dampont aus Schwerdorf,
15. Seine Frau Marie Anne de Hahn,
16. Barthelemy Constant, Gendarm, wohnhaft in Sarre-libre, angeklagt
als Contre-Revolutionaire.
Nach dem Sturze der Terroristen wurden die Gefängnisse, die im
ganzen Lande überfüllt waren, geöffnet. In Saarlouis entließ man im
November 1794 nahe an 200 Gefangene, die größtenteils auf bloßen Ver—
dacht hin eingekerkert worden waren und das Blutgerüst besteigen sollten.
Am 26. October 1794 löste sich der National-Convent in Paris auf;
aus demselben geht am 28. das Vollziehungsdirectorium hervor. Nun
wurde wieder eine Versöhnung der verschiedenen Parteien angebahnt, all—
mählich entwand sich ein sich bildender Staat aus der Anarchie; das
Augenmerk der Masse blieb auf den Erfolg der republikanischen Armeen
im Auslande gerichtet.
Im Frühjahr 1794 begannen die Franzosen wieder den Angriff auf
die Stellungen der OÖsterreicher bei Merzig. Die Feindseligkeiten be—
schränkten sich aber längere Zeit auf eine gegenseitige wenig energische
Beschießung. Endlich rückten frische Truppen von Saarlouis aus nach,
und am 16. Juli wurden die Schanzen bei Merzig gestürmt. Die
Franzosen rückten nun auf Trier vor, welchem der österreichische General
Melas mit 6000 Mann zu Hilfe kam (26. Juli). Wieder wurde bei
Merzkirchen, Weiskirchen, Pellingen ohne entscheidenden Erfolg gekämpft.