Die Zeit von 1789 —1815. (Neuansiedlung auf den Rainen von Wadgassen) 5839
Einschreibung einer Staatsrente von 5 Prozent des Verkaufswertes
eutschädigt werden.
In Wadgassen waren inzwischen die Klostergebäude samt der
Kirche niedergelegt worden. 'Der Turm der Kirche stand noch bis
1811. Am 13. Mai 1811 ist der Maurer Peter Franz bei den Ab—
bruchsarbeiten abgestürzt und hat das Genick gebrochen. Inzwi—
schen soll der Turm den französischen Soldaten als Wachtstube ge—
dient haben. Ein Blick auf das Bild der Abtei zeigt uns deutlich,
was alles an Klostergebäuden verschwunden ist. Es ist nichts da—
von stehen geblieben als das Krankenhaus und die Wirtschaftsge—
bäude des Klosters, worin sich die Wohnungen für das Dienstper—
sonal, Remisen und Mühlen befanden, sowie die isoliert stehende
Lohmühle am großen Weiher. Von der Abteikirche stehen zur einen
Seite noch die Fundamente mit den Basen der Säulen. Mauche
andere banliche Erinnerungen sind erst im Laufe der Zeit verschwun—
den, weil sie jüngeren Bauanlagen weichen mußten.
Was ist nun inzwischen aus Wadgassen geworden? Der Name
Wadgassen war über tausend Jahre hindurch von großer Bedeutung,
doch knüpfen seine Erinnecungen immer nur an die Königspfalz
und das so berühmte Kloster. Von einer Gemeinde Wadgassen ist
in Klosterzeit niemals die Rede, deun außer den bereits genannten
(Hebäuden, welche zur Abtei gehörten, gab es hier nur noch zwei
Häuschen, wovon das eine in der Saarstraße die Wohnung des
Gärtnuers (zuletzt Sebastian Frantz) bildete, das zweite stand in dem
Winkel, den die Treppengasse mit der Hauptstraße bildet und war die
Wohnung eines Forstaufsehers (als solcher Philipp Kiel genannt wird.)
Nuf dem Spurk befand sich außer dem Hofhause noch eine, Ziegelei.
Nach der Zerstörung des Klosters war für die umfangreiche
Dienerschaft desselbeir keüte Verwendung mehr. Die wenigen Hand—
werker, welche Familien hatten, waren allein übrig geblieben, be—
kroffen und ratlos und ohne Aussicht auf eine sichere Zukunft.
Manche mußten sich anderswo ansiedeln. Die bürgerlichen und
die späteren kirchlichen Standesakten nennen mit Sicherheit die
Namen der ersten Bürger, welche unmittelbar nach der Aufhebung
des Klosters hierselbst wohnten. Es sind: 1. Sebastian Frantz,
Bärtner, 2. Johaun Jacob Mirolt, 3. Peter saeré, Weber, 4. Mat—
thias Luxemburger, Schuster, 5. Michel Eisvogel, Tagelöhner, 6.
Michel Ort, Bergmaun, 7. Nicolaus Müller, der auch von Gewerbe
ein Müller war,'8. Peter Forster, Schäfer, Spurk, 9. der Ziegler
Nicolaus Becker vom Spurck und 10. der genaunte Forstaufseher
Philipp Kiel. Die meisten derselben wohnten im sogenannten Hof.«
Von den Ansteigerern der Wadgasser Güter hierselbst haben sich
nur die Namen Balläs und Boudier 'auf einige Zeit erhalten. Beide
waren Müllter. Der erstere richtete die Lohmühle au großen
Weiher zu einer Hirsenmühle ein; der letztere dagegen hat neben
dem Kraukenhause eine Mühle neu gebaut, welche heute nicht mehr
steht, aber unter dem Namen Boudiers Mühle noch bei alten Leuten
in Erinnerung ist. Einige Zeit später, jedoch schon vor dem Jahre
1814, hat Herr Nicolaus Villeroh aus Wallerfaugen den größten