Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Zeit von 1789- 1815. 
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Depensier der Abtei Wadgassen, welche nach Vorlesung ihrer Erklä— 
rungen über ihre Güter und Einkünfte, die sie im Auslande () be— 
sitzen, behaupten: Die vorgebrachten Erklärungen und Aufstellungen 
seien gewissenhaft, wahrheitsgemäß und aufgestellt in Verfolg des 
Dekrets der Nationalversammlsung vom 21. —?. Sie erklären außer— 
dem, keine Keuntnis davon zu haben, daß weder direkt noch indirekt 
irgend ein Titel, Papiere, Mobilier oder Buch, Manuseript oder 
Archivale, welche die Abtei betreffen, bei der Aufnahme unberücksich— 
tigt geblieben sei. Eine Nachweisung der Archivalien hätten sie ge— 
liefert durch Vorlage eines Invenkars, in welchem alles aufgenom— 
men ist, wopon wir Akt gegeben haben unter den Vorbehalt wie 
in den früheren Aufstellungen. Gegenwärtige Aufstellung ist para— 
phiert worden durch den Procureur des Klosters und durch den Pro— 
cureur Sindic. 
Wadgassen am genannten Tage. 
F. Bordier abbe. P. Schinitt proe. F. Ilaas depens. 
Barrault. T. Altmayer proc. dindie. 
Bruno. Fiscal. Prant- fils 
N. N. (2) Secretär. 
Der Abt Bordier trug seine Protestation zum Tirektorium des 
Moseldepartements, welches darauf durch Verfügung vom 6. October 
1799 dem Distrikt von Saarliber (Sdarlouis) verbot, die Güter 
Mobilien und Immobilien) dieser Abtei anzugreifen und die An— 
vendung der Militärgewalt mißbilligte, welche die Commissäre bei 
Aufstellung des Inventars ins Werk gesetzt hatten. Als dann nach 
einiger Zeit dasselbe Distrikt gegen die Abtei wegen Verschleuderung 
ihrer Guͤter einschreiten wollte und sich vom Departementsdirekto— 
rium die Genehmigung dazu erbat, weil ihm wegen des Beschlusses 
bom 6. October die Hände gebunden seien, so erließ das Departe— 
ment am 29. November desselben Jahres eine neue Verfügung des 
Inhalts, der Abtei von Wadgassen die Verwaltung ihrer Güter zu 
lassen, es habe die Unterstellung unter die Aufsicht des Distriktsdi— 
cektoriums nicht gewollt, weil es nicht geglaubt hat, daß diese Abtei 
den Gesetzen in Betreff der geistlichen Güter sollte unterworfen wer— 
den. Am 19. Januar 1791 hatten sich die Veräußerungs-, geist— 
lichen und diplomatischen Komitees der konstituierenden Versammbung 
mit der Reclamation der Mönche von Wadgassen zu befassen, und 
sie entschieden einstimmig, daß sie keine Veranlassung mehr hätten 
über diese Reclamation zu beschließen, welche den Arrétés des De— 
partementsdirektoriums vom 6. October und 29. November zur Un— 
terlage gedient habe. Am 10. Februar 1791 erhielt das Departe— 
ment durch Brief von Bürger Lavie Keuntnis von jenem Ausspruch 
und beeilte sich nun, den Verkauf der Wadgasser Güter freizugeben. 
Die Religiosen aber gaben sich die größten Anstrengungen, um 
auch diesem Beschlusse zu entgehen. Sie suchten Hülfe und Für— 
sprache sowohl bei dem Fürsten Ludwig von Saarbrücken als auch
	        
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