Graf Ludwig Crato. 1697-1713.
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ind Saarburg vorrücken, wodurch General Aubach veranlaßt wurde, diese
Orte am 25. Juni, ohne den mindesten Widerstand zu leisten, zu ver—
lassen. „Zur Bewachung der Brücken über die Mosel ließ Marschall
Villars 10600 Manmn in Rethel, und mit dem Reste seines Corps bezog
er am 23. Juni in der Kapuziner-Au bei Saarlouis ein Lager. Er ließ
daselbst, um den Übergang der Truppen zu erleichtern, zwei Brücken über
die Saar schlagen. Den 25. ließ er die Gerätschaften des Königlichen
Feld-Haushalts nuund die Gendarmerie nebst zwei Regimentern Infanterie
und ein Dragoner-Regiment aufbrechen. Zugleich verließen 8 Bataillone
Infanterie, zwei Regimenter Kavallerie und zwei Regimeunter Dragoner
Saarlonis, um nach Saarburg zu ziehen. Der Marschall selbst zog, nach
dem er 2000 Mann in Saarlouis als Garnison zurückgelassen, nach dem
Elsaß.“ (Baltzer).
Im Besitze der Franzosen wurden die eben erst hergestellten großen Be—
festigungen Triers sofort wieder geschleist Wiederum mußte das Land—
volk'aus der ganzen Umgegend, diesmal bis Metz hin, Frondienste leisten.
Von jetzt an wurde zwar der Schauplatz des Krieges aus unserer Gegend
berlegt, aber die feindliche Besatzung blieb und damit die Contributionen
und die Kriegssteuern.
Am höchsten stieg die Not im Jahre 1709. Ein unerhört strenger
Winter und darauf eine allgemeine Hungersnot wütete im Erzstift Trier.
Vom 5. bis zum 25. Jamuar herrschte unausgesetzt eine in hiesiger Gegend
sonst unbekaunte Kälte: das Wild in den Wäldern, die Weinstöcke, die
Obstbäume erfroren; die Ströme bedeckten sich mit 19 Ellen dickem Eise,
und die Menschen wußten sich kaum zu schützen. Nach kurzer Unterbrech—
ung wiederholte sich im Februar und März diese Kälte und am 7. Juli
fiel noch Frost ein. Darauf folgte eine solche Trockenheit, daß Wiesen
und Felder verdorrten, dann große Hungersnot und lange anhaltendes
Sterben von Menschen und Vieh. Besonders schrecklich war die Hungers—
not im oberen Erzstift. Der Erzbischof Joh. Hugo v. Orsbeck verordnete
zur Abwendung folchen Übels die große Baun Prozession am Mittwoch
der dritten Woche nach Ostern. Daher der Name „der kalte Mittwoch“.
Da die Broͤtfrüchte in Stadt und Land zur Ernährung der Bevölke—
rung nicht ausreichten, hatte die Regierung einige Tausend Malter aus an—
dern Gegenden einführen lassen. Aber der französische Intendant in Trier
schrieb eine Lieferung von 9000 Säcken Brotfrucht aus und ließ jene
Sendung in Beschlag nehmen. — In dieser Not fanden englische Werber
in unserer Gegend leicht Gehör und verlockten eine Menge Meuschen im
Interesse von Speculanten zur Auswanderung nach Carolina in Amerika.
Aus dem Feldzuge fiel lange nichts Bedeutendes mehr in unserer
Gegend vor, bis zum Jahre 1710, wo einige deutsche Streifkolonnen die
Umgegend von Saarlouis beunruhigten und unsicher machten. Dieselben
hatten ihr Hauptquartier in Geislautern und belästigten von dort aus die
Einwohner Saarlouis' sehr, indem sie die auf der Reise befindlichen
Bürger auffingen und ranzionierten.
Sonst fiel bis zum Ende des Krieges nichts Bedeutendes in unserer
Gegend vor. In Italien und den Niederlanden hatten sich Prinz Eugen
und Marlborough durch thatenreiche Feldzüge ausgezeichnet und die Fran—
zosen in vielen blutigen Schlachten besiegt. Diese Siege der Alliierten