Sraf Gustav Adolph. 1660 -1677.
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Dieses bewog Turenne seine Truppen längs der Saar und im Elsasse
in die Winterquartiere zu legen. Er selbst zog mit dem Überreste seines
Heeres über Saarbrücken nach Metz. Bei diesen Kriegs-Operationen der
Franzosen war der Westrich, die Pfalz und das Erzstift Trier der Schau—
platz fortwährender Truppenbewegungen und Kriegserpressungen. Schon
im Jahre 1672 reden unsere Nachrichten (sagt Köllner) von Durchmärschen
und Einquartierungen, wobei die Truppen auf Kosten des Landes ver—
pflegt werden mußten. Anfangs Dezember 1673 nahmen die Turenni—
schen Kriegsvölker bei ihrem Rückzuge von Simmern ihre Winterquartiere
iun Saarbrücken. Am 2. Tezember rückte der Marquis de Rochefort mit
einigen Compagnieen Reitern ein und nahm sogleich Besitz von den Stadt—
thoren und dem Schlosse, in welchem er sich einquartierte. Hier forderte
er den Grafen Gustav Adolph auf, eine schriftliche Erklärung auszustellen,
nicht gegen Frankreich in Kriegsdienste zu treten; da indessen der Graf
sich hierzu nicht verstehen wollte, ließ er deuselben am 11. Dezember
berhaften und unter starker Bedeckung nach Nanzig abführen. Von dieser
Zeit an blieb Saarbrücken bis zum Jahre 1677 in fortwährendem
Besitze der Franzosen. Nach einer fünfmonatlichen Gefangenschaft wurde
Graf Gustav Adolph durch die Bemühungen seiner Gemahlin wieder
in Freiheit gesetzt und den Seinigen zurückgegeben. „Weilen er aber
von dem hiesigen Kommandanten nicht ins Schloß gelassen worden, haben
ihre Gnaden ihre Reise nach Ottweiler genommen.“ Darauf beschloß
er, dem deutschen Vaterlande seine Dienste auzubieten, und er trat in die
eben sich bildende Reichsarmee ein, die sich zum Feldzug gegen Frank—
reich zusammenzog. Nach dem Treffen bei Sintzheim (16. Juni 1674)
wütete Turenne aufs Neue in der Pfalz und ließ 25 Ortschaften und
mehrere Städte in Feuer und Flammen aufgehen, um sich an dem
Kurfürsten von der Pfalz wegen seiner Verbindung gegen Frankreich zu
rächen. Im Sommer 1675 sollten die Franzosen aus Trier vertrieben
werden. Das kaiserliche Heer langte anfangs August vor Trier an und
war schon mit Anstalten zur Belagerung der Stadt beschäftigt, als am
J. Augnst die Nachricht eintraf, daß Marschall Crequi mit 10000 Mann
von Diedenhofen her zum Entsatze von Trier herbeieile und bereits bei
Tawern, eine Stunde von der Saarbrücke bei Conz, ein Lager bezogen
habe. Die Alliierten beschlossen, ihn unverzüglich anzugreifen, setzten am
10. August bei Conz über die Saar und eröffneten am 11. die in diesen
Feldzügen berühmte Schlacht bei der Conzer Brücke, in welcher die Fran—
zosen völlig geschlagen und in die Flucht getrieben wurden. Nach gewon—
nener Schlacht schritten die Verbündeten am 12. August zur Belagerung
der Stadt Trier, in welche sich Marschall Crequi eingeschlichen hatte und
bis zum 6. September einen hartnäckigen Widerstand leistete. Bei der
an diesem Tage erfolgten Einnahme der Stadt wurde Crequi als Kriegs—
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gelassen.
Gleich zu Anfang des Jahres 1676 machte ein gewisser Graf
Chanseville mit 4000 Franzosen einen Streifzug über die Saar, fiel am
26. Janunar in Zweibrücken ein, das er sehr hart mitnahm, legte Berg—
zabern in Asche, brandschatzte in der Pfalz und übte allerwärts große
Greuelthaten aus. Am 12. September wurde den Franzosen die Festung