Graf Wilhelm Ludwig. 16027-1640.
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gelangen. Alle Dörfer auf dieser Route wurden verbraunt, um den Feind
in seiner Verfolgung zu hemmen. Endlich war die Armee am Dienstag
16,26. September gegen 8 Uhr morgens auf den Höhen hinter Roden
und Dillingen angelangt, verbreitete sich ins Thal und suchte über den
Fluß zu setzen.
Während die Bagage und Transportwagen die provisorisch errichtete
Brücke passiert und das Gros der Armee seinen Übergang zum größten
Teile bewerkstelligt hatte, erschien Gallas mit seinen Truppen und griff
den Rachtrab heftig an. Durch den Beistand der Besatzung Wallerfangens
wurde jedoch der Anprall der Kaiserlichen abgeschlagen. Unter dem Schutze
der Kanonen Wallerfangens koönnten auch die letzten Truppen die Wälle
erreichen, die erschöpften und zum Tode müden Soldaten endlich einmal
ausruhen. Der Gonverneur de Netz ließ alles Brot und alle Lebens—
mittel in der Stadt und Umgegend requirieren und unter die Ausge—
hungerten verteilen. Deu ganzen Tag und die ganze Nacht wurde ge—
hacken und gekocht.
Nach einer 20stündigen Rast mußte die Armee wieder aunfbrechen,
da man vernommen, daß Gallas bei Beckingen die Saar passiert und die
gauze Nacht marschiert sei, um einen Vorsprung zu erhalten und den
Rückzug auf Metz abschneiden zu können. Das vereinte Heer schlug seinen
Weg über die Höhen nach Ittersdorf und Bolchen ein. In einem Walde
bei Tromborn wurde es plötzlich von der Gallasischen Armee angegriffen,
welche jedoch so hartnäckigen Widerstand fand, daß sie sich unter großen
Verlusten zurückziehen mußte, worauf die Verbündeten den Rückzug nach
Metz ungestört fortsetzen konnten.
Gallas wandte sich nun mit einem großen Teile seiner Armee gegen
Wallerfangen, das er zu nehmen gedachte. Er schloß die Stadt von allen
Seiten ein und begann zu stürmen. Beim fünften Augriff mußte sich die
Besatzung der feindlichen UÜUbermacht ergeben. „Jetzt (so lesen wir bei Niessen)
stürzten die wüteuden Horden hinein und begannen ein furchtbares Ge—
metzel; drei Tage ließ Gallas seinen Kroaten die Stadt zum Plündern.
Was sich fortbewegen ließ, wurde weggeschleppt, was man nicht nehnten
konnte, zerstört. Schließlich steckten sie die Stadt vollends in Brand. Von
hier aus zogen sie mit der gefangenen Besatzung Wallerfangens nach Dil—
lingen, stürmten das Schloß, in welchem die Einwohner von Dillingen und
Roden ihre Habe untergebracht hatten, und raubten und zerstörten alles.
Nachdem Gallas während sechs Wochen unsere Gegend vollends ausgesogen,
richtete er seinen Marsch auf Saarbrücken.
Ein Vortrab der Österreicher hatte schon am 18. September die Städte
St. Johann Saarbrücken erreicht. Der Versuch, diese Städte zu erobern,
mißlang. Gallas zog nun mit der Armee über Saargemünd nach Dieuze,
um sich mit dem Herzog Karl IV. von Lothringen zu verbinden. Im
folgenden Jahre bemächtigte er sich der Stadt und Festung Homburg.
Graf Wilhelm Ludwig hatte bereits vor dem Anrücken der Oster—
reicher Saarbrücken verlassen, da er wegen seiner Verbindungen mit den
Schweden von Kaiser Ferdinand nichts Gutes erwarten durfte. Außer
Stande, das Schicksal seiner Unterthanen zu mildern, fand er am rat—
samsten, sich der bevorstehenden Verfolgungen durch seine Entfernung zu
entziehen und auf französischem Gebiete Schutz und Sicherheit zu suchen.