Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Graf Philipp III. 1574 -1602.

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Saarbrück'schen einzuführen. Der erste aus Straßburg in die hiesige
Gegend gekommene lutherische Prediger hieß Jacob Itzstein; er predigte
aufänglich in Güdingen, daun in St. Johann und zuletzt in Saarbrücken.
Auf ihn folgte 1571 Achatius Stark, dann Johann Ruß und Johann
Rüdinger, welcher 1572 Pfarrer in Saarbrücken wurde. Doch hatte die
öffeutliche Anerkennung der evangelischen Religion in der Grafschaft Saar—
brücken bei den Lebenszeiten des Grafen Johann IV. nicht stattgefunden.
Von seinen Erwerbungen haben wir noch anzuführen:
die hohe Obrigkeit in Spiesen, von welcher die Abtissin von Neu—
münster ihren Anteil 1348 an ihn abtrat. (Wadgassen besaß be—
kanntlich 85)3 und Reumünster der hohen Gerichtsbarkeit in
—A
die Oberherrlichkeit und die Gerechtsame in den Dörfern Schwarzen—
holz und Hülzweiler, welche er 1558 dem Herrn Philipp von
Lichtenberg abkaufte.
von dem Kloster St. Martin zu Lungfelden (Lubeln) durch Kauf
dessen Gerechtsame zu Groß- und Kleinrosseln und Gau-Völk—
klingen (7) 1565.
von den Gebrüder von Hagen durch Tausch ihre Auteile in Güdingen
und Eschringen gegen Fahlscheid und Eidenborn ꝛc.

Graf Philipp III. 1574 1602.

Mit Graf Johann IV. war die besondere, durch Johann III. ge—
stifstete Linie in Saarbrücken erloschen. Seine Besitzungen fielen gemäß
aufgerichteter Erbeinigung und testamentarischer Verfügung an seine Ver—
wandten, die Gebrüder Albrecht und Philipp, Grafen von Nassau-Saar—
brücken in Weilburg, die am 7. Dezember 1574 sich in die Erbschaft
teilten. Albrecht nahm sich Ottweiler, Homburg, Kirchheim, Lahr und
Malberg, Philipp dagegen erhielt Saarbrücken, Saarwerden und die Herr—
schaft Stauf. Die Regierungsanlegenheiten wurden jedoch gemeinschaftlich
geführt, und beide Grafen hatten von dieser Zeit an ihre Residenz in
den diesseitigen Landen, da ihre Anwesenheit zum Schutze derselben hier
nötiger schien. Schon 1571 war beiden von Johann 1V. die Grafschaft
Saarwerden abgetreten worden; vier Jahre später traten sie als seine
Erben im Saarbrück'schen auf. Beide waren in der lutherischen Religion
erzogen worden, zu der sich der Vater schon 1525 bekannt hatte.
Mit Karl III. Herzog von Lothringen, waren sie wegen der Graf—
schaft Saarwerden, welche sie, um dem Herzog zuvorzukommen, rasch in
Besitz genommen hatten (22. Dezember 1574) in Streit geraten, welcher
später nach langjährigen Verhandlungen durchs Reichsgericht entschieden
wurde. Auch in dieser Zeit dauerten die Durchzüge deutscher Hilfsheere
nach Frankreich fort, welche von den Calvinisten in Deutschland ange—
worben wurden. Zur Verminderung der Kriegsbeschwerden ihrer Unter—
khanen trafen die Gebrüder Albrecht und Philipp einige dahin zweckende
Anstalten, indem sie in Saarbrücken Proviant-Magazine zur Verpflegung
der Truppen anlegten.
Nachdem sich die Ruhe wieder hergestellt hatte, wendete Graf Philipp
seine erste Regierungssorge auf die Religionsangelegenheit seiner Unter—
            
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