500 F. Die Abtei Wadgassen unter dem Einflusse deutscher Kleinstaaten ꝛc.
Weitere Nachrichten über das Stift Nenmünster finden sich bei de Lorenzi,
Pfarrei Ottweiler.
1634 waren alle Einwohner der Herrschaft Ottweiler lutherisch,
Katholiken und Reformierte wurden nicht geduldet. 1707 wurden jedoch
neben 1517 Lutheranuern 83 Reformierte und 1145 Katholiken ge—
zählt; 1765 gab es indessen neben 742 lutherischen und 99 reformierten
schon 938 katholische Haushaltungen. Die ganze Herrschaft hatte 1799:
8831 Seelen.
d. Die Pfalz mit Zweibrücken.
Die Unterpfalz oder Pfalz am Rhein gehörte zum kurrhein.
Kreise, lag vielfach zersplittert auf beiden Seiten des Rheins, begrenzt
von Mainz, Katzenellenbogen, Württemberg, Baden, Elsaß, Lothringen und
Trier, umfaßte, abgesehen von den mitten in ihr eingestreuten Bistümern
Worms und Speier, den eichsstädten Worms und Speier, den EGraf—
schaften Leiningen, Rappoltstein, Solms, Saarbrück und anderu nassauischen,
hessischen und isenburgischen usw. Besitzungen, etwa 8000 4km und zersiel
in a) die eigentliche oder Kurpfalz, eins der fruchtbarsten Länder Deutsch—
lands, größtenteils auf dem rechten Rheinufer gelegen, 4130 qkm groß
und (1786) 305 000 Einwohner zählend, b) das Fürstentum Simmern,
o) das Herzogtum Zweibrücken, d) die Hälfte der Grafschast Sponheim,
e) die Fürstentümer Veldenz und Lautern.
Die Pfalzgrafen am Rhein, die ihren Sitz ursprünglich in
Aachen hatten, waren schon im 11. Jahrhundert in dem erblichen Besit
der Pfalzgrafschaft und der damit verbundenen Läuder und gehörten zu
den vornehmsten Reichsfürsten. Nachdem Pfalzgraf Hermann III. ohne
Erben gestorben, gab Kaiser Friedrich J. die zur Rheinpfalz gehörigen
Länder 1156 seinem Stiefbruder Könrad von Schwaben. Nach dem Tode
Konrads kam dessen Schwiegersohn Heinrich J. von Braunschweig, der
älteste Sohn Heinrichs des Löwen, 1196 in den Besitz dieser Laͤuder.
Weil es aber Heinrich in dem Streite um die deutsche Krone mit seinem
Bruder, dem Kaiser Otto IV., gegen Friedrich II. hielt und die Pfalz
nicht schützen könnte, überließ er sie seinem Sohne Heinrich II., nach dessen
Tode (1214) Friedrich dies Fürstentum dem Herzog Ludwig J. von Bayern
und dessen Sohn Otto II. verlieh, welcher Heinrichs J. Tochter Agnes
heiratete. So kam die Pfalz unter die Herrschaft der Wittelsbacher.
Ottos Söhne, Ludwig der II. oder der Strenge und Heinrich, regierten
nach des Vaters Tode, 1253, anfangs gemeinschaftlich, teilten aber 1256
so, daß Ludwig II. die Rheinpfalz und Oberbayern, Heinrich Niederbayern
bekam. Jeuer starb 1294 und hinterließ zwei Söhne, Rudolf J. und
Ludwig, von denen ersterer die Kurwürde und die Pfalz erhielt. Der
letztere bekam Oberbayern, wurde Kaiser und erbte später auch Niederbayern.
Weil sein Bruder Rudolf (gest. 1319) es mit seinem Gegner Friedrich
dem Schönen von Osterreich hielt, verjagte er ihn von Land und Leuten,
verglich sich aber nachher mit dessen Söhnen und ließ ihnen die pfälzischen
Lande nebst einem Stück Bayerns, das nachher die Oberpfalz genannt wurde.
Rudolfs drei Söhne, Adolf, gest. 1327, Rudolf V. und Ruprecht J., folg—
ten aufeinander in der Regierung; Rudolf II. gest. 1353, brachte Neu—