Die kleinen Herrschaften im Saargebiet
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die Grafen von Veldenz zu Schirmvögten ernauuten. Doch wollte Rainald
von Lothringen nicht darauf verzichten, und nach blutigen Fehden setzte
sich der Herzog von Lothringen als Erbe Rainalds 1277 in den Besitz
don Schaumburg, der Feste, welche über Tholey sich ersebt. Nach meh—
reren Schriftstellern hat Lothringen erst im 14. Jahrhundert die Schirm—
bogtei bekommen. Die Abtei mit ihren Gütern bildete eine ziemlich be—
deütende Herrschaft, schon 1450 werden die 11 Centnereien (Meiereien
aufgezählt, welche noch im 18. Jahrhundert bestanden.
Die Schirmvogtei über Tholey diente den Lothriugern dazu, ihren
Einfluß auf dem rechten Saarufer weiter auszudehnen. Der Amtmann
qduf dem Schaumberge drängte den Abt immer mehr zurück, und aus den
Besitzungen der Abtei Tholey wurde das lothringische Amt Schaumburg.
— So wie Frankreich für seine Festung Saarlouis einen größeren Rayon
zu gewinnen suchte und deshalb den Vertrag mit Saarbrücken abschloß,
fo war auch bei dem Austausch vom Amte Schaumburg die Rücksicht auf
die französische Festung Landau maßgebend. Um sich die Zustimmung
des Herzogs von Zweibrücken zu der Abtretung des Amtes Langenkandel
zu sichern, bewilligte ihm Frankreich und trat damit an das deutsche Reich
ab: zuerst im Jahre 1783 das IHIaut-Offiee Schaumburg;: die Meierei Hopp—
stätten, soweit sie nicht zu Trier gehörte, und die Herrschaft Werdenstein
Meierei Weyersbach) mit Bleiderdingen, Freisen, Heimbach, Leitersweiler,
Weyershach; dann im Jahre 1786 das ganze Bas-Office Schaumburg,
das als Oberamt Tholey zu Zweibrücken und später als Canton Tholey
zum Moseldepartement gehörte, nur die Meierei Castel wurde ausge—
stommen, zu welcher auch Costenbach, Buweiler und NRathen gehörten; sie
wurde zum französischen Amte Busendorf geschlagen und bildete nach wie
vor die äußerste Nordostgrenze des französischen Gebietes.
11. Herrschaft Ottweiler.
Sie bestand aus der Stadt Ottweiler mit Neumünster, ferner nach
einer amtlichen Zusammenstellung aus dem Jahre 1765 damals aus den
7 Meiereien: Berschweiler, Neunkirchen, Niederlinxweiler, Stennweiler,
Werschweiler, Wiebelskirchen, Niederberbach, im ganzen etwa 40 Ort—
schaften, daruuter viele Höfe. In der Herrschaft Ottweiler gehörten also
auch die Wadgassischen Orte Neunkirchen und Spiesen. Tas Schloß zu
Ottweiler, das zuerst 1393 vorkommt, wurde circa 1575 erweitert und
diente wiederholt als Witwensitz. Maria Kest, das Gänsegretel, die zweile
Gemahlin des Fürsten Ludwig wurde 1783 vom Kaiser zur Reichsgräfin
bvon Ottweiler erhoben. Das alte Schloß zu Neunkirchen, dessen Bau
1570 von Johann 1V. unternommen und dann von Albrecht vollendet
ward, ließ Wilhelm Heinrich 1752 abreißen, und dieser ließ darauf ein
neues Schloß auf dem Berge erbauen, dem Fürst Ludwig den Namen
Jägersberg gab. Neumünster war ein sehr altes Kloster aus der zweiten
Hälfte des 9. Jahrhunderts, zuerst Collegiatstift, 1160 adliges Nonnen—
—D Saarbrücken erscheinen;
1553 wurde e8 von den Franzosen niedergebrannt, und 1575 übergab es
die Abtissin, welche allein mit zwei Conventuälinnen übrig geblieben war,
an den Grafen. 1635 verschwanden die letzten Spuren des Klosters.