Das Erzstift Trier.
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zugesprochen. Von den sieben Kurfürsten (drei geistlichen und vier weltlichen)
hatte der Kurfürst von Trier die erste Stimme; der Kurfürst von Mainz,
der den Vorsitz führte und die Stimmen sammielte, wählte nämlich zuletzt.
Bis zum Jahre 1680 gab es im trierischen Lande kein stehendes
Heer. Zur Zeit des Krieges bot der Kurfürst seine Trnppen auf. Zu
diesen gehörten namentlich seine Lehnsleute mit ihrer pflichtmäßigen Mann—
schaft. Dazu kamen die Hofdienstleute des Kurfürsten mit ihren Unter—
gebenen, sowie auch Bauersleute. Die Reiterei, welche meist aus Adeligen
bestand, bildete den Kern des Heeres, während die Bürger und Landleute,
als Fußvolk und ohne Rüstung kämpfend, keine besondere Bedeutung hatten.
Das wurde nach der Erfindung des Schießpulvers anders; es sank die
Bedeutung des Adelstandes bei der veränderten Kriegführung. Gegen Sold
wurden vom Lande und aus den Städten Mänuer zum Kriegsdienste ge—
dungen; die ersten Söldnertruppen warb der Kurfürst Johann von Schönen—
berg 1598. Bald aber fing man an, sich die nötige Kriegsmannschaft
zdurch eine Militäraushebung zu sichern; diese Landmiliz wurde aber nach
heendetem Kriege wieder in die Heimat entlassen. Zur Zeit Ludwigs XIV.
wurde ein stehendes Heer errichtet, 8. Januar 1680. Die dazu erforder—
lichen Truppen wurden teils durch Werbung gegen Sold, teils durch Aus—
hebung zusammengebracht. Bis vor 100 Jahren hatte der Kurfürst ge—
wöhnlich nur ein Regiment Infanterie von 1200 Mann, welche in Trier,
Koblenz und Ehrenbreitstein standen. Dazu hatte der letzte Kurfürst cin
Jägerkorps gebildet, das gleich unseren Geudarmen für die Erhaltung der
öffentlichen Ruhe und Sicherheit zu sorgen hatte.
Das Erzstift Trier war begrenzt vom Fürstentum Nassau, Erzstift Köln,
Herzogtum Lnxremburg, Herzogtum Lothringen, Kurfürstentum Pfalz bei
Rhein, der Laudgrafschaft Hessen Rheinfels und endlich der Grafschaft
Katzenelnbogen, umfaßte ein Areal von 8300 qkm mit 280000 meist
katholischen Einwohnern. Das Land teilte sich in das obere und das
niedere Stift, letzteres mit der erzbischöflichen Residenz Koblenz. Das
Obererzstift hatte 27 Amter, dazu gehörten Saarburg, Merzig und
St. Wendel. Das Erzstift war übrigens auch kein geschlossenes Gebiet,
sondern war von einer Menge meist reichsunmittelbarer Herrschaften wie
übersät. Das Amt St. Wendel, welches 1784: 3848 Seelen zählte, lag
ganz abgetrennt von den übrigen Teilen des Erzstiftes. Außer der Stadt
St. Wendel gehörten noch 14 Ortschaften der Umgegend zu jenem Amte,
sowie der Trierer Anteil an Lebach, ferner die Meierei Hasborn mit
Dautweiler, Meierei Hüttigweiler und Raßweiler, Hof Imsbach, Hof
Mettnich und das Dorf Theley, welches bis 1778 gemeinschaftlich mit
Lothringen war.
Das Hochgericht Merzig-Saargau lag gerade an der Grenze des
Erzstifts und des Herzogtums Lothringen und hat oft Anlaß zu Streitig—
keiten zwischen den beiden Nachbarn gegeben, auch noch zu der Zeit, als
Frankreich an Stelle Lothringens getreten war. Besondere Bedeutung
erlangte die Gegend durch Stiftung der Abtei Mettlach, welche bald hohes
Ansehen und umfangreiche Güter gewann, und durch die Burg Skiva, die
spätere Burg Montelair. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Skiva, die
Hauptburg der Grafen vom untern Saargau gewesen ist und daß zu seinem
Bezirke die ganze Umgegend, mindestens von Menningen bis Saarhölzbach,