490 F. Die Abtei Wadgassen unter dem Eiuflusse deutscher Kleinstaaten ꝛc.
1736 einen Prozeß gegen dessen Familie und damit den größten Teil der
Herrschaft; 1756 kaufte der Herzog von Zweibrücken dieselbe zum Preise
von 360000 Fres. für seine Gemahlin, die ehemalige Schauspielerin Anne
Marie Camasse, welche 1757 zur Gräfin von Forbach erhoben wurde und
nach dem Tode ihres Gemahls 1775 bis zum Neujahrstage 1793 in
Forbach lebte.
6. Grafschaft Püttlingen.
Sie war im 12. Jahrhundert Lehn von Metz, später von Lothringen,
gehörte zuerst den Grafen von Blieskastel, dann Salm, den Wild- und
Rheingrafen und kam 1786 an Löwenstein. Philipp J. von Saarbrücken
besaß 1409 einen Teil der Burg und Stadt Püttlingen.
Zum Unterschiede von Püttlingen-Kriechingen bei Völklingen heißt
dieses Hessenpüttlingen. Es gehörten dazu 21 Ortschaften (siehe Dr. Krohn
S. 46). Innerhalb dieser Grafschaft liegt St. Johannes-Rohrbach, wel—
ches die Abtei Wadgassen mit den Grafen von Püttlingen gemeinschaftlich
besaß; daneben besaß die Abtei in dieser Grafschaft größere Güter, Höfe,
Patrouats- und Zehntanteile, insbesondere auch in der Stadt Püttlingen
selbst, worüber die Transaction vom Jahre 1680 näheren Aufschluß gibt.
d. Das Elsaß.
Das Elsaß wurde 843 ein Bestandteil des Lothar'schen Reiches,
auch im Frieden von Mersen 870 blieb dasselbe beim deutschen Reiche,
wurde 925 mit Schwaben vereinigt und bildete zur Zeit der Hohenstaufen
das Herzogtum Alamannien. Die Macht der schwäbischen Herzöge war
eine beschränkte; nach und nach bildete sich eine staatsrechtliche Vielge—
staltigkeit. Zuerst trat die geistliche Gewalt hervor; der Bischof von
Straßburg wurde bald einer der Mächtigsten des Reiches. Die Hohen—
staufen, namentlich Friedrich Barbarossa von seiner Residenz Hagenau aus,
förderten das Aufblühen der Städte, und an Reichsstädten war im Elsaß
kein Mangel. Hagenau wurde 1164 durch Fr. Rotbart zur freien Reichs—
stadt erhoben. Straßburg wurde so mächtig, daß es gegenüber seinem
Bischof die Unabhängigkeit erlangte, welcher dann seine rechts- und links—
rheinischen Lande von Zabern aus regierte. Die bedeutendsten Reichsstädte
bildeten später den 10 Städtebund, worüber zuerst der Pfalzgraf vom
Rhein, dann ein vom Kaiser ernannter Landvogt, der in Hagenau residierte,
die Landvogtei ausübte. — Die Landgrafschaft Niederelsaß wurde in dem
Hause der Grafen von Wert (Wörth) erblich, gelangte nach dem Aus—
sterben 1344 an die Grafen von Ottingen und wurde 1362 an Johanun
von Lichtenberg, Bischof von Straßburg, verkauft. Im Sundgau entstand
die in der habsburgischen Familie erbliche Landgrafschaft Oberelsaß.
Diese Vielgestaltigkeit verblieb besonders im Niederelsaß, bis zum West—
fälischen Frieden 1648, welcher das Elsaß an die Franzosen auslieferte.
In demselben nämlich trat Erzherzog Ferdinand Karl, der letzte habs—
burgische Besitzer des Oberelsaß, gegen eine Entschädigung von 3 Millionen
Livres die Landgrafschaft Oberelsaß nebst dem Sundgau und die Land—
vogtei über die 10 Reichsstädte an Frankreich ab. Nur was der mächtige
Bischof von Straßburg, und das Kapitel, einige andere Reichsstände, wie