Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Verkehr und Handel.

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Archidiakon Bartholdus von Metz rühmend hervorgehoben. Aber schon
viel früher wird das Hospital zu Wadgassen erwähnt, welches ebenfalls
eine Kirche hatte und, wie wir hörten, reich ausgestattet war. 1571 wurde
mit dem neugewählten Abt besonders darüber beraten, wie bei dem Besuch
von Auswärtigen zu handeln sei. Auf dem Spurk hatte das Kloster eine
Herberge und im Kloster außer dem Hospital ein besonderes Gasthaus für
pornehmen Besuch. Oben wurde erwähnt, wie die beiden Fürsten von
Nassau auf ihrer Durchreise nach Paris hier einkehrten und mit einem
Frühstück bewirtet wurden. Das Kloster Wadgassen hatte aber auch
Häuser in vielen Städten, in: Wallerfangen, Saarlouis, Merzig, Trier,
Mets, St. Avold, Saarbrücken, Püttlingen (Lothr.), Kaiserslautern, Burg—
alben, Bockenheim, Hagenau, Worms u. a., welche den Reisenden eben—
falls offen standen. Wadgassen hatte sogar die Ehre, in seinem Hause zu
Saarbrücken den Kaiser Karl V. zu beherbergen. Durch die einheitlichen
Beziehungen zwischen den Ortschaften des ausgedehuten Wadgasser Ge—
bietes konnte das Kloster die fremden Reisenden von Stadt zu Stadt,
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denen die geschäftlichen Verhältnisse des Klosters eigene Reisen notwendig
machten, konnten sich die Fremden dem Reisezuge der Klosterbrüder an—
schließen und die Sicherheit ihres Geleites genießen, welches auch ohnedem
namentlich zur Nachtzeit und bei ungünstiger Witterung meistens gewährt
wurde. Außer den Orden, welche, wie die Johanniter und der deutsche
Ritterorden, sich den Schutz und die Pflege der Reisenden zur besonderen
Aufgabe gemacht hatten, thaten nämlich auch alle übrigen Orden für die
Sicherheit des Reisens ihr Möglichstes. Da endlich allen Gliedern des
Ordens und der Kirche die Gastfreundschaft gegen Fremde zur Pflicht ge—
macht war, so bildete auch jeder Pfarrhof, wo Prämonstratenser aus
Wadgassen ihren Wohnsitz hatten, ein Fremdenhospiz. Schon Rhabanus
Maurus hatte dazu den Klerus ermahnt: „Wenn ein vLaie einen oder zwei
Fremde beherbergt, so erfüllt er die Pflicht der Gastfrenudschaft; der
Bischof aber muß alle berücksichtigen, sein Haus muß ein Hospiz für alle
bhilden“. — (Giebertz J. 599).
Ebenso wie der Bau von Hospizen galt in der Kirche schonzseit den
ersten christlichen Jahrhunderten der Bau von Wegen und Brücken für den
Wanderer als ein gottgefälliges Werk. Daß auch die Prämonstratenser
sich nach dieser Richtung verdient machten, ist aus einem Schreiben des
Papstes Junocenz IV. vom Jahre 1245 zu ersehen, worin er über die
Prämonstratenser des Allerheiligen-Klosters im Schwarzwald folgendes
Urteil abgibt: „Diese Prämonstratenser haben nicht nur das Zeuguis
eines unbescholtenen Wandels, sondern sie sind auch im Wegeban, im
Herstellen von Äquaducten, im Austrocknen von Sümpfen, sowie überhaupt
in allen mechanischen Künsten wohl zu Hause und sehr erfahren.“ —
(Siebertz a. a. O. 601). Aber anch das Kloster Wadgassen baute fleißig
Wege. Den weltlichen Herrschaften hatte es gezeigt, wie die Wege au—
gelegt und zu unterhalten seien; später nehmen seine Schüler das Auf—
sichtsrecht über den Wegebau selbst im Bezirke der Herrschaft Wadgassen
in Anspruch.
Sehr einflußreich auf die Hebung und Sicherheit des Verkehrs war
das Kloster Wadgassen dadurch, daß es mit seiner ausgedehnten Seelsorge
            
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