Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

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2. J J 282 
Scrie der Able nebst ihren Wappen oder Siegeln. 
Mach Konrad Piscator.) 
lleber das große Conventssiegel und die einzelnen Wappen der Äbte 
konnte gegenüber den bisherigen irrtümlichen Annahmen erst durch das 
Original der Annalen, worin die verschiedenen Abtswappen in Skizze anf— 
genommen und über das eigentliche Abteiwappen deutliche Angaben ge— 
wacht sind, größere Klarheit geschaffen werden. Von dem lesteren heißt es: 
Das Siegel der Abtei Wadgassen ist die seligste Jungfrau mit drei Rosen 
in der rechten Hand. Bei weiteren Nachforschungen in Originalurkunden 
wurden Abdrücke dieses Siegels gefunden, welche das Wappen so darstellen, 
wies es das Bild desselben (siehe eingangs vor dem Titelblatte) deutlich 
wiedergibt. Die Nachbildung dieses und der hier folgenden Abtssiegel ist 
gezeichnet von einem hiesigen Graveur Joseph Wendler. 
Bezüglich der Serie der Wadgasser Äbte nach dem Annalisten Konrad 
Piscator ist zu bemerken, daß dieselbe in Hinsicht auf Zuverlässigkeit leider 
nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Andere Serien nach Stramberg 
und Bärsch, die ich zur Vergleichung folgen lasse, lassen sofort verschiedene 
Widersprüche erkennen, obwohl auch diese Serien nicht von jedem Irrtum 
frei sind. Daher rühren daun die oft sich widersprechenden Angaben der 
diesbezüglichen Daten in der Chronik. Aus Originalurkunden, worin die 
Abte vielfach mit Namen genannt sind, sowie aus den schriftlichen Über— 
lieferungen von den Inschriften der früheren Grabdenkmäler der Äbte 
lassen sich wohl viele positive Angaben über Abtswechsel und Regierungszeit 
derselben machen. Allein zur vollständigen Feststellung dieser Datend ist ein 
qusreichendes Material kaum vorhanden und die Forschung nach' dieser 
Hinsicht überhaupt noch nicht abgeschlossen. In keiner der erwähnten 
Serien sind die Abte Henricus (1163, 1170); Helwicus (1202) zu finden; 
alle lassen den Abt Leonhardus 1549 gestorben sein, während eine Original— 
urkunde in Metz ihn noch 1551 am 8. März als Zeugen erwähnt. Nach 
einer Nanziger Urkunde wird im selben Monat und Jahr Abt Seifried 
Holzing gewählt; zwischen beiden aber soll noch ein Abt Richard existiert 
haben. Bei Stramberg finden sich unter Rr. 23 und 24 zwei Äbte mit 
dem Namen Paulus, welche Aunahme übrigeus der Thatsache entspricht; 
der Annalist hat trotzdem nur einen Abt Paulus. Dagegen ist der bei 
Stramberg unter Nr. 18 aufgeführte Abt Philippus wohl identisch mit 
dem unter 20 genannten Philippus de Lutra. Ein Abt Johann zu Saar— 
hrücken wird nur bei Stramberg (NAr. 7) mit Bestimmtheit genannt; in der 
EChronik wird diese Aunahme als richtig erwiesen. Manche noch, bestehende 
Zweifel dieser Art sind deshalb schwer zu heben, weil manche Äbte Coad— 
jutors erhielten die meistens auch ihre Nachfolger wurden, aber schon vorher 
in den Akten vielfach als Äbte bezeichnet sind. Im allgemeinen aber ent— 
sprechen sich doch die verschiedenen Serien so ziemlich; die Reiheufolge der 
übte zeigt kaum noch eine Lücke, und die angesetzten Daten sind wenigstens 
annähernd genaun. Soweit die Wappen auf ihre Richtigkeit untersucht 
werden konnten, haben sich dieselben stets als zutreffend erwiesen. Von 
den beiden letzten Abten, Schmitt und Bordier, finden sich auf den noch 
zahlreich vorhandenen Urkunden derselben keinerlei Siegelabdrücke, sondern 
stets nur eigenhändige Namensunterschriften Auch soust habe ich nirgend— 
wo eine Andeutung über Siegel dieser beiden Äbte gefunden.
	        
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