Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Hebung und Förderung der Landwirtschaft ꝛc.

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hausen-Hostenbach aus der Revolutionszeit gesehen. Daraus kann man
einen kleinen Überblick über den Stand der damaligen Volksbildung ge—
vinnen. Die Meyer und Schreiber, deren es in dieser Periode viele gab,
weil sie ihr Amt oft wechselten, schrieben und unterschrieben die Acten mit
einiger Gewandtheit sowohl im Ausdruck als in der schriftlichen Darstellung.
Diese Leute hatten das Schreiben in der Wadgasser Pfarrschule gelernt.
Im Heiratsregister sind dagegen die Bräute meistens nur „unterhandzeichnet“
und auch von den zukünftigen Ehemännern sind noch viele nicht im Stande,
ihren Ramen zu schreiben. So konnten also auch die Wadgasser Pfarr—
schulen trotz ihrer sonst günstigen Verhältnisse wegen des ungenügenden
Interesses der Bevölkerung an dem Unterrichte das nicht leisten, was eigent—
lich hätte erreicht werden können, und hier wie anderwärts blieb es der
preußischen Schule vorbehalten, die allgemeine Volksbildung herbeizuführen.
Die Stellung des Lehrerstandes und die Besoldung der Lehrer war
im Mittelalter allgemein eine ausnehmend gute. So wurde im Laufe des
fünfzehnten Jahrhunderts eine feste Besoldung der Lehrer eingeführt; die—
selbe war bis zum Ausgange des Mittelalters eine auskömmliche und
standesmäßige. Ju Arnheim bezog der Schulmeister soviel als der städtische
Arzt 20 Goldgulden, in Venlo 10 Goldgulden, während jeder der beiden
Bürgermeister, der Stadtmedikns und der Stadtrentmeister 6 Gulden bezo—
gen; dazu kamen noch Einnahmen verschiedener Art. (Dr. Nikel a. a. O. 387).
Um die Höhe einer solchen Besoldung richtig würdigen zu können, ist zu
beachten, daß man zu jener Zeit für einen Gulden z. B. 99100 Pfund
Rindfleisch oder 110—126 Pfund Schweinefleisch kaufen kounte. (P. Sie—
berts S. 303). Aus diesen und andern Berichten geht heroor, daß der
Unterricht im allgemeinen doch sehr gewürdigt wurde.

V. Hebnug und Förderung der Landwirkschaft,
des Handwerks und der Industrie
durch die Abtei Wadgassen.

a. Landwirtschaft.

Alle Kulturgeschichtsbücher verkünden einmütig das Lob über das Ver—
dienst, das sich die Klöster um die Hebung der Landwirtschaft erworben
haben. Von Anfang an bildete Grund und Boden das Hauptziel der
klösterlichen Erwerbspolitxik. Man machte es den Möuchen ausdrücklich
zur Pflicht, den Voden zu kultivieren, Wälder zu roden, Häuser und
Kirchen zu bauen, Flecken und Törfer anzulegen. Es war ihr Stolz,
möglichst viel aus Grund und Boden herauszuwirtschaften. Die Leute
aber, welche um einen Zins auf den klösterlichen Besitzungen ansässig
wurden, waren trotz der Anerkennung der klösterlichen Herrschaft, doch
selbständig in ihrer Wirtschaftsführung. Zogen daun die
Mönche von einem Kloster aus, um ein anderes zu gründen, so nahmen
sie die Pflanzenarten des Mutterhanses für die neue Stiftung mit sich.
            
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