Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschhei!.

1759 Fr. Hermanu Joseph och, 1766 PFr. P. Marechall. Bei de Lorenzi
sind noch folgende crwähnt: 1684 Gottfr. Bleymann; 1718 Rich. Ebeu—
theur; 1739 FIrz. Gadel; 1767. 71 Joh. With. Türck; 1780.86 P. Planz;
1787 Jac. Maas; 1788 -1800 And. TDeniche.

55. Die Pfarrei Wadgassen.
Das hiesige kirchliche Standesregister (1803, 1808) enthält auf dem
Schlußblatt die sehr interessante Bemerkung, die Pfarrei Oberkirch (so
wurde unsere Pfarrei in früherer Zeit meistens genaunt) habe schon 500
Jahre vor Norbert (dem Stifter des Prämonsträtenser-Ordens) bestanden.
Somit hätten wir also die Gründung der Pfarrei Wadgassen in den Be—
ginn des siebten Jahrhunderts zu legen, womit für dieselbe ein Alter an—
genommen wird, das dem des Königshofes fast gleichkommen mochte.
Möglich war's, daß zu diesem Hofe mit seinen ausgedehnten Besitzungen
und unterthänigen Leuten auch eine Kirche gehörte; allein man sollte glauben,
wenn dieselbe im Jahre 1080 vorhanden war, daß sie, als eines der her⸗
vorragendsten Objecte, in dem Schenkungsacte des Kaisers Heinrich IV.
hätte erwühnt werden müssen. Weil das aber nicht geschehen ist, so ist
auch nicht wohl anzunehmen, daß damals eine Kirche zu Wadgassen existierte.
Im Jahre 1135 aber wird eine solche in der Urkunde des Erzbischofs
Albero, als bereits vorhauden, ausdrücklich genannt: „Die Schenkungen
aber, welche sie machte, sind folgende: die Kirche mit sämtlichen Zehut—
ländereien . . . .“ An anderer Stelle heißt es in demselben Acte:
„ . Außerdem haben wir jene „Pfarrkirche' enthoben jeglicher Ge—
richtsbarkeit des Chorepiscopus (Landbischofs) und des Diaconus und jeg⸗
licher Abgaben, abgesehen von mir 6 Denagaren, und von jeglicher Diensä—
leistung, welche man in jedem 4. Jahre dem Chorepiscopus schuͤldete, die
man am Altare des h. Petrus am Feste desselben zu Trier leisiete.“
In der päpstlichen Bestätigungsurkunde von 1152 ist sodann wieder die
Rede von einem „Allodium mit Namen Wadgassen, in dem sogar eine
Kirche sich befindet, welche das edle Weib Gisela — — — an Euch über—
tragen hat.“ Somit darf man sich der fast allgemeinen Annahme an—
schließen, daß Graf Sigebert der Erbauer der Pfarrkirche in Wadgassen
war, welche er auch mit Zehntgütern ausstattete. Die St. Nicolaskapelle,
in welcher sich die Mönche 11835 zuerst niederließen, kanu schon wegen
ihrer Lage nicht wohl als die damalige Pfarrkirche angesehen werden,
ebenso wenig die in der Chronik 1285 (siehe!) erwähnte Friedrichskapelle,
welche schon 1115 erbaut und uicht mehr als eine Grabkapelle gewesen
zu sein scheint. An oder über der letzteren Kapelle wurde dann 1135—37
die erste Klosterkirche erbaut. Die bisherige Pfarrkirche blieb außerdem
noch ihrem Zwecke erhalten, und wir werden erfaähren, daß eine solche anch
noch im Jahre 1569, nachweislich existierte.
Die Übertragung der Scelsorge zu Wadgassen an das Kloster ge⸗
schah durch denselben Act des Bischofs Albero (1135), zuerst allgemeüt:
„. . . Aber auch die Gewalt zu predigen, zu taufen und zu beerdigen
haben wir ihnen eingeräumt,“ und dann insbesondere an fölgeuder Stelle:
„. · . Wir haben auch beschlossen, demselben Abte die von der Hand
seines Bischofs ihm für immer zu übertragenden pfarramtlichen Obliegen—
            
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