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E. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.
1743. Zeugnis der Einwohner zu Schwalbach über den Zehnten:
1.) Die Hälfte bezog die Kirche zu Schwalbach; hiervon erhielt das Wad—
gasser Kloster 612 Quart Korn, 41,5 Quart Hafer. — Die Abtei Mettlach
2 Quart Korn und 2 Quart Hafer und die Abtei Fraulautern 2 Quart
Korn und 2 Quart Hafer. — (Letztere jetzo Nassau)) — 2.) Die andere
Hälfte des Zehnten stand früher einem zeitlichen Pastor in Schwalbach
zu (hat aber jetzt der Forst von Saarbrücken zum Stift Arnual gezogen)
von den 2 Dörfern Schwalbach und Knausholz. Der Pastor von Schwal—
bach zieht also gegenwärtig nichts vom Zehnten in Schwalbach und Knaus—
holz, sondern allein den Zehuten in Griesborn.“
Geistliche aus Wadgassen, die zu Schwalbach in der Seelsorge thätig
waren, werden genannt: 1697, 17183, 59, 66 — vergleiche die Chronik.
51. Das Patronat Spiesen.
Im Jahre 1350 gehörte das Präsentations- (Patronats-) Recht in
Spiesen dem Joffried von Saarbrücken und den Abteien Wadgassen und
Neumünster. Aus einer Urkunde von 1419 geht nun hervor, daß das
Recht des Joffried, welches 24, des ganzen Patronats ausmachte, zunächst
an Zweibrücken und von diesem an Wadgassen kam, welches nach allge—
meiner Annahme schon 1350 geschah, sodaß Wadgassen seitdem zu seinem
früheren Anteile am Patronat auch noch dieses Viertel und also nun ver—
mutlich 24 dieses ganzen Rechtes besaß, gegen Neumünster mit A, wie
wir auch die übrigen Hoheitsrechte und die Grundherrlichkeit in Spiesen
im Jahre 1538 im selben Verhältnisse zwischen den beiden Gotteshäusern
verteilt finden. — Spiesen teilte zur Reformationszeit 15735 das Los
aller katholischen Gemeinden, denen die neue Lehre mit Gewalt aufge—
drängt wurde. Zudem hatte es noch das Mißgeschick, daß die Ortskirche
im 30jährigen Kriege zerstört und erst 1800 aus den Ruinen wieder auf—
gebaut wurde. So konnte also auch die Reunionszeit den Katholiken in
Spiesen keinen Vorteil und Wadgassen mit seinen eifrigen Seelsorgern
denselben keine Hilfe bringen. Aus der Zeit vor der Reformation kann
nicht genau festgestellt werden, ob Wadgasser Patres damals mit der Seel—
sorge in Spiesen betraut waren, was übrigens wohl möglich war. Ver—
gleiche hierzu die Chronik: 1350, 50; 1419; 1538.
52. Die Pfarrei Tedingen.
Am 23. Dezember 1634 war unter den Wählenden für den Coad—
jutor Johannes Livensis zu Wadgassen auch „Reiner Greff — Pastor in
Tedingen“. Weitere Nachrichten über diese Pfarrei liegen aus unsern
Acten nicht vor. Das Ortschaftenverzeichnis für Elsaß-Lothringen hat ein
Thedingen bei Forbach uund ein Tetingen bei Falkenberg; vermutlich ist
das erstere für die in Rede stehende Pfarrei „Tedingen“ anzunehmen.
53. Die Vicarie Valmont.
Mrit einer besonderen Kapelle wird Valmont zuerst 1225 als Filiale von
Kleinebersweiler (siehel) genannt. Dieselbe muß aber mit der Zeit eigene
Seelsorge erhalten haben, denn sowohl 1759 als auch 1766 ist in den Acten
ein besonderer Vicarius für Valmont erwähnt; 1759 Pr. A. Dambrun.