Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien

—453

Arbeit doch hier (nämlich in Überherrn) umsoust, da die Bauern das
Papsttum behalten wollten.“ Gleichzeitig bemerkt er, „daß überhaupt
einzelne früher von Wadgassen und Fraulautern abhängige Gemeinden
an dem alten Glauben mit großer Zähigkeit festhielten, während sich die
vom Fürsten abhängigen Gemeinden der neuen Lehre völlig zuwandten.“ —
Das Eiukommen der Pfarrei Schwalbach, besonders der Zehnte, wurde
wie überall im Gebiete des Grafen Philipp durch Dekret vom 21. Ja—
nuar 1576 in die Kirchschaffney St. Arnual überwiesen, aus welcher daun,
die Geistlichen und Lehrer des ganzen Landes besoldet und die Pfarr—
häuser im Stande gehalten werden sollten. Anßerdem sollten gemäß jenes
Dekrets alle kostbaren h. Gefäße, Zierraten und Paranente den Kirchen
weggenommen und zum besten der erwähnten Landeskirch-Schaffney ver—
iußert werden, was natürlich auch der Kirche von Schwalbach geschah.
Den Papieren Köllners ist die folgende Darstellung entnommen:
„Zur Pfarrei Schwalbach gehörten die Orte Schwalbach, Knausholz und
Griesborn, die beiden ersten unter nassauischer, der letztere unter lothringi—
scher Hoheit gelegen. Das Kloster Wadgassen hatte am Patronat und
Collatur 2,, Kloster Mettlach , und Kloster Fraulautern 14. Nach
diesem Verhältnis wurde der Fruchtzehenden an dieselben Teilhaber ver—
teilt — 1663. Das Kloster Wadgassen hatte hier besondere Güter —
Kloster Erber) — früher soll der größte Teil dieses Bannes zu Wad—
gassen gehört haben.
Nach einer Anmerkung Köllners a. a. O. heißt es: „Nassau hatte das
Patronat und vergab die Pfarrstelle, wie aus dem Pfarrpräsentat von den
Jahren 1531 und 1553 ergeht (Mis. J. pag 60). Das Patronat war
eine Altronatz mit Bessen Erben, sagt die Präsentation, d. h. einmal hatte
Nassau und das anderemal die Erben des „Bessen“ die Stelle zu vergeben.
Es sei also nicht richtig, daß Wadgassen bezw. Mettlach und Fraulautern
wie oben erwähnt das Kollationsrecht besessen hätten. Diese Klöster hätten
nur aus dem Zehnten gewisse Quantitäten zu beziehen und deshalb auch
die Obliegenheit am Kirchenbau zu contribniren gehabt.
—7 trenute sich 1573. von der Pfarrei Schwalbach ab, weil
die nassauischen Orte Schwalbach und Knausholz lutherisch wurden. Der
katholische Geistliche wurde durch die Saarbrücker Regierung verjagt und
Schwalbach mit Völklingen zu einer lutherischen Pfarrei vereinigt. 1683
supplicieren die Einwohner in Schwalbach bei dem Intendanten de La
Goupillaire und verlangen einen Pastor. Sie sagen, daß sich der Graf
von Saarbrücken bei der Religionsveränderung des Patronats und des
Zehnten bemächtigt hätte und einen lutherischen Pfarrer dahin gesetzt,
der den Zehnten bezogen. Als aber der König von Frankreich den Ka—
tholiken die Kirche zurückgegeben, seye der lutherische Pfarrer abgezogen.
Der Pfarrer von Wellingen habe die Kirche bedient, wolle aber nicht
weiter, da die Gräfin von Saarbrücken alle Zehnten zöge, welche der
Kirche gehörten. Sie verlangen einen Wadgasser Geistlichen und den
Zehnten von der Gräfin. — Goupillairse bewilligt ersteres.
1743. Auch in diesem Jahre bezog das Stift St. Arnual noch den
Zehnten zu Schwalbach und Knausholz, und der katholische Pfarrer nichts
als den Zehnten von Griesborn.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.