Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

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des Herrn von Vinstiugen schenken ihre sämtlichen Güter in Gemünd,
Neunkirchen, Blitersdorf, Eißweiler und zu Listorf an die Abtei Wadgassen
zur Stiftung eines Jahrgedächtnisses.“ Schon im Jahre 1296, am 19.
Jannar, gaben die Herren Hugo von Vinstingen, Heinrich Vogt von
Morengia und Johannes von Onsheim auf Ansuchen des Herrn Hugo
von Lützelstein und dessen Gattin Elisabeth der Abtei Wadgassen ihre
Allodialgüter in Exwilre, Gemündia und in anderen Orten. — Original
B. A. Metz. Bis zu dem Jahre 1393 geschieht aber der Pfarrrechte
in Saargemünd noch keine Erwähnung. Nach Hugo, Annal. Prae—
monstrat. II. col. 1008, soll Neunkirchen und Saargemünd gegen 1436
an Wadgassen gekommen sein. Jedoch scheint dies eine irrige Jahres—
angabe zu sein, denn Thonires, Notes sur Saarguemines p. 8 sagt,
daß Folmar, Graf zu Lützelstein, die beiden Ortschaften der Abtei ge—
schenkt hat im Jahre 1335, und er citiert p. 10 eine Vollmachts—
Erteilung des Abts von Wadgassen vom Jabhre 1392, in welcher der—
selbe Abt sich auf sein Recht als langjähriger Patron (Vergeber) der
Mutterkirche zu Neunkirchen beruft. Nach einer Originalurkunde im Be—
zirksarchiv Metz, ausgestellt „1392 Uff Sondag Veste nach St. Matthis
Dage“, giebt Abt Philipp von Wadgassen seine Einwilligung zum Bau
einer Kapelle in Gemünden durch „Niklaus von Gerspach“ und dessen
Frau Katharina unter der Bedingung, daß dem jeweiligen Pastor und den
Vikaren ein ... Nachteil hierdurch nicht erwächst. Von dieser Kapelle
sind noch dret Urkunden aus dem Jahre 1393 vorhanden. Die erstere
davon ausgestellt „uff Sonntag Miscricordia nach St. Arnuals Tag 1393*
ist nur mehr in Abschrift vom 8. April 1699 erhalten geblieben, welche
im Stadtarchiv zu Saargemünd aufbewahrt wird. In derselben bekunden
die Eheleute Nicolaus von Gersbach und Katharine, daß sie zu Gemünden
zu ihrem und ihrer „Altforderen“ Seelenheil eine Kapelle erbaut haben,
welche Maria der Gottesmutter geweiht ist und daß sie dieser Kapelle und
den zum Dienste derselben bestimmten Kaplänen (wie viel nicht gesagt) die
unter 63 Items aufgeführten Wiesen, Felder, Wälder, Wasser und Wein—
berge zur Nutznießung übergeben haben. Zeugen: Hensel Bosch von Ge—
münden und Johann von Brücken. Auf diese Urkunde bezieht sich ferner
eine lateinische Urkunde vom Jahre 1393 (ebenfalls nur in Abschrift zu
Saargemünd vorhanden), in der Philipp, Abt des Prämonstratenserklosters
Wadgassen, die Gründung und Begabung der Marienkapelle bestätigt, sich
und seinen Nachfolgern das Besetzungsrecht in derselben vorbehält. In
der dritten Urkunde vom 3. August 1393, datiert: „1393 uff den ersten
Sontag in dem Auwoste'‘, Original im Bezirksarchiv Metz, bekunden
Niclaus von Gerspach und seine Frau Kathrine, daß sie eine Kapelle zu
Ehren der Mutter Gottes in Gemünden erbaut haben. Zur Unterhaltung
derselben und zur Bezahlung der die Kapelle bedienenden zwei Kapläne ver—
machen sie eine Reihe von Grundstücken, Renten und Zehnten nebst 16
»phünt phennige pheymont“ jährlich. Zeugen: Peter von Rapvilr und
Johann Burggraven zu Gemünden.
Uber die Gründung einer „Neuen Kapelle“ in Saargemünd finden
wir in den Wadgasser Annalen von Conrad Piskator folgenden Bericht:
„Nikolaus von Gersbach und seine Gemahlin Katharina von Gersbach,
aus dem höchsten lothringischen Adel, zeichneten sich sowohl durch Reichtum
            
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