Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

444 E. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.

lichkeit hervor. Man vergleiche zunächst die Chronik 1182 und 1218.
Aus der letzteren Urkunde ersehen wir, daß die Güter zu Raildingen,
welche zu Merzig gehörten, im Weingebiete liegen müssen. Der Pächter
derselben ist ein Herr von Berg (vermutlich Schloß Berg bei Nennig) —
also in der Nähe von Wincheringen. Ferner haben wir gehört, daß im
Jahre 1706 das Wadgassische Seminar in Trier den „Rädlinger Zehnten“
versteigerte für 810 Malter; der Lies-Zehnten (7) daselbst ertrug 9/
Malter, wovon der Pastor von Nittel !4 erhielt. Gerade hieraus muß
geschlossen werden, daß der Pastor von Nittel auch zu der Zeit die Seel—
sorge in Rädlingen besorgt hat und daß mithin dieses Rädlingen kein
anderes ist als das Rehlingen, welches zwischen Nittel und Wincheringen
liegt. De Lorenzi erwähnt eine Kapelle des h. Martiuus in Rehlingen,
von welcher er die Zeit der Entstehung nicht anzugeben weiß. So wird
also diese Kapelle oder eine frühere Kirche desselben Ortes diejenige sein,
welche der Propstei Merzig im Jahre 1182 übertragen worden ist.

46. Die Pfarrei Roden.
Das Patronat der Kirche zu Roden erhielt das Kloster zu Wadgassen
von der Abtei Tholey. Das ersehen wir aus dem Katalog des Kloster—
archivs zu Wadgassen (IJ. Schachtel Nr. 16) wo es heißt: „documenta
von der Übergab des jaris patronatus zu Roden von denen Herren des
Gotteshauß Tholey an das Gotteshauß Wadgassen mit beyliegenden Do—
cumenten der Kirche daselbst betreffend.“ Leider findet sich dabei die Zeit
der Ubergabe nicht angegeben. Aus dem bischöflichen Visitationsbericht von
1569 (de Lorenzi S. 564) geht hervor, daß in diesem Jahre noch der
Abt von Tholey Kollator von Roden war. Weiterhin aber behauptet
de Lorenzi, daß seit dem Jahre 1680 meistens Prämonstratenser aus
Wadgassen mit der Seelsorge in Roden betraut wurden. 1697 war Pr.
Josephus Hemmel Pastor in Roden, derselbe noch bis 1721. De Lorenzi
bezeichnet für 1721489 P. Dom. Schmitt. Dann folgten wieder Welt—
geistliche. Da aber auch bei Bärsch auf Grund der Steinfelder Archiva—
lien bestätigt ist, daß Wadgassen das Patronat in Roden besaß, so scheint
es, daß der Abt bei Ermangelung einer ausreichenden Anzahl von Patres
die Pfarrei Roden wieder an Weltgeistliche zu vergeben gezwungen war.

47. Die Pfarrei Saargemünd.
Wie die Chronik berichtet, erhielt das Kloster Wadgassen in den
Jahren 1285, 85, 95, 96, 1300, 05, 15, 35, 93 durch Schenkungen
und Kauf von verschiedenen Seiten ausgedehnte Güter und Gefälle in
Saargemünd. Namentlich waren es die Grafen von Lützelstein, welche
nach und nach ihr ganzes Besitztum zu Saargemünd dem Kloster Wad—
gassen vermachten. Das Bezirksarchiv von Lothringen verwahrt eine
authentische Urkunde vom 17. August 1315, wonach Graf Nicolas von
Lützelstein und seine Frau Katharina von Bolchen (de Bollichen) der Abtei
Wadgassen ihre sämtlichen Güter in Gemünde (Metzer Döcese) und in
Eisweiler für 830 Pfund Metzer Geldes verkaufen. Die Schenkung vom
1. Dezember 1335 ist nach dem Original in Metz in folgender Weise
beurkundet: „Folmar, Graf zu Lützelstein und seine Frau Adelheid, Tochter
            
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