42 E. Das Nloster Wadgassen im Dienste der NMenschheit.
von Saarbrucken das Patronatsrecht zu Bus nebst der Kapelle zu Puthe—
lingen, welche sie von dem Grafen Heinrich von Castel zu Lehen hatten,
mit dessen Zustimmung dem Abt Reiner von Wadegozingen, und Erzbischof
Theoderich von Trier gab dazu seine Zustimmung. Ohne Zweifel ver—
sahen von da an die Prämonstratenser von Wadgassen mit der Pfarrei
Bus zugleich die Filiale Püttlinsen. Im Laufe der Zeit muß letztere
selbst Pfarrrechte erworben haben, denn bei der Visitation von 1569 er—
scheint „Ppüttlingen‘ als Pfarrei. Kollator der Kirche war damals der
Herr von Crichingen. Die Visitations-Akten euthalten aber die Bemerkung,
dieselbe habe keinen Pfarrer. Darans muß geschlossen werden, daß die
Bemühungen der Saarbrücker Regierung, der neuen Lehre auch hier Ein—
gang zu verschaffen, schon damals die seeleneifrigen Väter von Wadgassen
gehindert haben, ihres Amtes zu walten. Im Jahre 1618 fand aber
wieder katholischer Gottesdienst statt. Kommunikanten waren 130, und
der Pfarrer bezog 4 des Zehnten zu 30 Maltern. Die Herrschaft
„Pullingen“ kam 1680 unter französische Oberherrschaft, und die katho—
lische Religionsübung wurde wieder vollkommen hergestellt. Bei der Visi—
tation von 1720 war die Pfarrkirche rein katholisch. Das Kollationsrecht
übte der Abt von Wadgassen, und der Pfarrer bezog des Zehnten im
Betrag von 10 Vierteln Korn und 20 Vierteln Hafer. Im Genusse des
übrigen Zehnten war die Gräfin von Crichingen. Letztere bestritt bald
darauf der Abtei das Kollationsrecht; es kam zu einem langen Prozesse,
welcher 1739 schon zugunsten der Abtei, 1771 aber zugunsten der Herr—
schaft entschieden wurde. Im erstgenannten Jahre berechnete man die
Zahl der Kommnunikauten auf 360. Die Kirche war neu gebaut und hatte
3 Glocken und 1 Kelch. Das Pfarrwittum bestand in 6 Wiesen und in
109 Ackern in jeder Kultur. 1690,91 war Franziscus Thomas Pastor
in Püttling. — XB. Das anderwärts besounders aufgeführte Patronat
Crichingen ist identisch mit Püttlingen, welches darum auch zuweilen Pütt—
lingen-Crichingen genannt wird. — Vergleiche hierzu auch die Abhandkung
über die Besitztumsverhältnisse in Püttlingen (oben S. 286 ff.), sowie die
Chronik: 1223, 24, 32; 1690.
44. Die Pfarrei Püttliugen — in Lothringen.
Das Patronat der Kirche zu Puüttlingen scheint von den Herren von
Forbach an Wadgassen gekommen zu sein, deun im Jahre 1298 schenken
Ritter Heinrich von Forbach und Frau ihren Zehntenanteil an dieser Kirche
dem Kloster Wadgassen, welche Schenkung 1303 von den Söhnen be—
stätigt wird. Weitere Auskunft gibt die Chronik 1316, 24, 53; 1418.
Aus den Papieren Köllners können wir außerdem noch folgendes
mitteilen: „Die Kirche zu Püttlingen war ehedem der Abtei Wadgassen
incorporiert und wurde von einem Klostergeistlichen dieser Abtei bedient —
als beständiger Vicar der Kirche — de la curé primitive appartenant
a lPabbayo de Wadgassen — welcher der ganze Zehnten daselbst gehörte.
So war der Stand dieser Kirche als der Bischof von Metz die Vor—
fahren — Abt und Convent — von Wadgassen ersuchte, dem Capitel von
Homburg L'Evéque ein Geschenk mit dem Patronat dieser Kirche zu
machen, um etwaäas zu der Dotation und Unterhaltung der Canoniker
heizutragen, welche im Jahre 1254 sich etablierten.