09 EFE. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.
Merzig. Bis dahin hatte das Hospital die ganze Last der öffentlichen
Armenpflege getragen, indem darin arme hilflose und kranke Personen auf—
genommen und verpflegt und überdies viele Almosen gegeben wurden.
Am St. Elisabeth-Tage wurde nach abgehaltenem Hochamte in der Ho—
spitals-Kapelle Brot, Fleisch, Geld usw. in reichlichem Maße unter die
Armen verteilt.
Aus verschiedenen Akten sind uns die Namen einiger Conventsmit—
glieder bekannt geworden, welche als Pröpste und Pfarrer oder als Vicare
zu Merzig thätig waren, von denen wir folgende hier anführen: 1664
Nikolaus Gretsch — Propst; 1697 Joseph Gressy — Propst und Pastor;
Joannes Marx — Vicarius; 1759 Joannes Krach — Propst und Pastor;
J. F. Gadel — Vicarius; Michael Goergen — Vicarius; 1766 Johann
Krack — Pfarrer und Amtmann; Conrad Filz — Vicarius; P. H. Hoquay —
Vicarius; P. Streff — Krankengeistlicher zu Merzig. Daneben wird
in diesenn Jahre noch Michael Zisch, Pfarrer zu Britten, besonders
erwähnt.
Aus der Reihe der Pröpste und Pfarrer zu Merzig finden sich auch
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in Wadgassen gelangten.
39. Die Pfarrei Neusorweiler.
Gleichzeitig mit Beaumarais und Felsberg ist auch Neuforweiler
1680—83 durch Ansiedelung von Arbeitern bei dem Festungsbau von
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hatte gleich der heutigen den hl. Medardus zum Patron. Der Gottes—
dienst wurde von einem Geistlichen aus Berus, wohin Neuforweiler ein—
gepfarrt war, versehen.
40. Die Pfarrei Neunkirchen — bei Ottweiler.
Der Ort gehörte zur Grafschaft Ottweiler und zum Landkapitel Neu—
münster und bildete lange vor der Reformation eine ansehnliche katholische
Pfarrei, deren Kollation dem Abt von Wadgassen zustand, und welche
von einem Religiosen der Abtei bis in das 16. Jahrhundert versehen
wurde. Albrecht von Nassau-Weilburg (1574 — 1593) führte schonungs—
und rücksichtslos die neue Lehre ein, nahm den Katholiken von Neun—
kirchen ihr Gotteshaus und unterdrückte allen katholischen Kult, so daß
felbst die 4K. Clausel des Ryswicker Friedens (1697) den Bekennern des
alten Glaubens keinen Vorteil brachte. In der ganzen Grafschaft Ott—
weiler befand sich seit 1707 nur noch eine einzige Kirche mit einem ein—
zigen Priester, nämlich zu Ottweiler. Noch im Jahre 1739 verbot der
Fürst von Saarbrücken in seinem Erlasse vom 8. Januar den Katholiken
auf dem Lande die Taufe und Trauung und jede kirchliche Kulthandlung.
Erst 1750 durften sich die Katholiken in Neunkirchen eine eigene Kapelle
bauen. Dieselben durften sich aber immer noch keinen eigenen katholischen
Geistlichen halten, sondern ein Franziskater aus Homburg mußte excur—
rendo die hh. Handlungen verrichten. Wadgasser Patres wurden nicht
wieder dort angetroffen.