Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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E. Das Kloster Wadgafssen im Dienste der Menschheit.

mitgeteilt ist. Dann folge man den Ausführungen de Lorenzi's, welcher
schreibt: „Die Abtei Wadgassen kam schon sehr früh in den Besitz sowohl
der Kirche als auch der weltlichen Herrschast von Lisdorf. — Sie übte
die Seelsorge mit solcher Treue aus, daß die Gemeinde auch zur Zeit
der Reformation in ihrem Glauben nicht wankend wurde.
Bei der Visitation des Landkapitels Perl von 1569 erschien der Abt
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inkorporiert. Das Wittum betrug 1618 gegen 6 Morgen Land und Wiesen
zu 6 Fuder Heu. — Der Visitator von 1657 fand in der Kirche 4 Altäre,
aber mit Ausnahme eines silbernen Kelches nur kupfernes Geräte vor und
den Taufstein zerbrochen. Es war dies ohne Zweifel die Wirkung der
vorhergegangenen Kriege und der noch herrschenden Unruhen, infolge deren
viele Einwohner sich den Erpressungen der Franzosen durch die Flucht ent—
zogen hatten und der Pfarrer selbst in sein Kloster zurückgekehrt war.
Auch hatte in den Jahren 1635 und 1636 die Pest hier sehr zahlreiche
Opfer gefordert, so daß die Pfarrgemeinde großenteils ausgestorben war.
Die Erbauung der Stadt und Festung Saarlouis 1680— 83 führte nicht
nur viele fremde Arbeiter ins Dorf, sondern sie brachte auch die Gemeinde
unter frauzösische Hoheit 1697.
Zu Anfang des 18. Jahrhunderts war die Pfarrkirche baufällig ge—
worden. Der Turm derselben mußte schon 1717 erneuert werden, der
Neubau des Chors und des Schiffs erfolgte aber erst im Jahre 1764.
Bei der Visitation von 1743 fanden sich in der damaligen Pfarrkirche
von Lisdorf 3 Altäre, 2 Glocken, 2 Kelche und 1 Ciborinm von Silber
vor. Das Pfarrhaus war wohnlich. Die Pfarr-Kompetenz bestand in
der Hälfte des Jehnten und in der Nutznießung eines Wittums von
14 Morgen Land und Wiesen zu 662 Fuder Heu.
Bei dem Ort befand sich eine zu Ehren des Namens Mariä er—
richtete Kapelle, welche viel besuicht wurde, die chemalige Schule lag in
Trümmern, es wurde aber im Winter Unterricht erteilt. Der Schul—
lehrer empfing von jeder Ehe eiu Maß Korn und von jedem Schüler monat—
lich 4 Aß.
Mit Ensdorf wurden wir durch die Schutzbriefe der Päpste Alexan—
der III. vom 11. April 1179 und Cölestins III. vom 18. April 1197
bekannt, in welchen untkter andern Besitzungen der Abtei Wadgassen ein
von Boemund herrührendes Allod in Enstorf aufgeführt ist. Johann von
Neu-Warsberg scheukte der Abtei im September 1272 von dem großen
Zehnten in Ensdorf die ?/3, welche er von der Gräfin Lorette von Saar—
brücken empfangen hatte. Desgleichen der Justitiar Johann von Warnes—
perch 1274 zwei Teile des großen Zehnten in Ennesdorf, welche er von
derselben Gräfin empfangen hatte. Der Ort gehörte stets zu der jenseits
der Saar gelegenen Pfarrei Lisdorf. Bei der Visitation von Liestroff
im Jahre 1743 hatte die Filiale Ensdorf noch keine Kapelle. Im Winter
bestellten sich die Filialisten wohl einen eigenen Schullehrer. Bald darnach
erwachte in ihnen auch das Verlangen, sich eine eigene Pfarrkirche bauen
zu dürfen, und im Jahre 1765 begannen die diesbezüglichen Verhand—
lungen. Der Abt erklärte sich 1771 bereit, ihnen, wenn sie den Bau
ausgeführt hätten, einen Vikar zu geben, und die geistliche Behörde zu
Trier erteilte unterm 7. März des genannten Jahres die erbetene Er—
            
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