Die Wadgasser Pfarreien.
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33. Die Pfarrei Kleinebersweiler.
Die Chronik gibt uas Auskunft über den Erwerb des Patronats von
Ebersweiler 1213, die Bestätigung seitens des Metzer Bischofs und des
Oberlehnsherrn Conrad II. Wildgraf von Daun 1221, sowie des Dom—
capitels in Metz 1223 und des Papstes Honorius 12235. Im Jahre
1320 erhält das Kloster auch von Metz die Bestätigung der inzwischen
erfolgten Incorporation. Über den Antrag auf Teilung der Pfarrei durch
Abtrennung der Filiale Gennweiler (siehe Nr. 19) im Jahre 1389 ist schon
berichtet. Nach erfolgter Abtrennung der Pfarrei Gennweiler 1755 und
der Vicarie Valmont durch besonders eingerichtete Verwaltungen in diesen
früheren Filialen, blieb die Pfarrei Kleinebersweiler, wozu jetzt nur mehr
die Filialen Machern und Altweiler gehörten, noch so stark, daß daselbst
sowohl 1759 als auch 1766 ein Pastor und ein Vicar in der Seelsorge
thätig waren. Nach dem Berichte Köllners, daß von 1591 bis 1755 die
Pfarrei Kleinebersweiler nur von Geistlichen aus Wadgassen bedient wor—
den sei, könnte man der Vermutung Raum geben, als sei dies vordem
eine Zeitlaug nicht der Fall gewesen. Das ist wohl möglich, denn so—
wohl 1538 als 1562 beklagt sich das Kloster sehr darüber, daß manche
der incorporierten Pfarreien ihnen eutzogen und au saeculares (Welt—
geistliche) übergeben worden seien. Der Wiedererwerb dieser Pfarrei von
seiten des Klosters zur Zeit seines schwächsten Bestandes an Conventualen
läßt den Diensteifer der Wadgasser Möuche daher um so ehrenvoller er—
icheisten.
34. Die Pfarrei Lebach.
Bei der Visitation des Dekanats Merzig von 1569 wird als Pastor
in Lebach der abgefallene Angustiner-Mönch Henricus a Tulpeto genannt.
Daraus geht hervor, daß die Resormation sich vorübergehend in der Pfarrei
Eingang verschafft hatte, jedenfalls aber ohne bleibenden Erfolg Doch
soll damals die Pfarrkirche ihrer Güter beraubt worden sein, während die
Prämonstratenser von Wadgassen den glaubenstreuen Parochianen als
Seelsorger vorstanden. Im Jahre 1657 erscheint die Abtissin von Frau—
lautern als Kollatorin. Daraus, sowie aus der nachfolgenden Geschichte
der Pfarrei Lebach bei de Lorenzi, muß geschlossen werden, daß sich die
Seelsorge jetzt wieder in andern Händen befand. — Hier wie anderwärts,
wo das Kloster Wadgassen keinerlei Einkünfte und Rechte hatte, und sich
trotzdem sehr thätig erwies, bewährten sich seine Patres als Seelsorger
in der Weise und gewöhnlich so lange, als es galt, die Bevölkerung vor
dem Abfall zu bewahren oder die über 100 Jahre Verwaisten und Ab—
trünnigen wieder zum alten Bekenstnisse zurückzuführen nnd dann während
der ganzen Zeit, da es an den nötigen Mitteln fehlte, andere Geistlichen
mit der Seelsorge zu betrauen.
35. Die Pfarrei Lisdorf.
Den Übergang der Patronats-, Zehnt- und eigentlichen Pfarrrechte
zu Lisdorf an die Abtei Wadgassen findet der Leser schon in der Chronik
angegeben, siehe: 1220*2, 232, 32. Man vergleiche dazu auch, was in
deun zweiten Abschnitt des Artikels über Großblittersdorf von Lisdorf