Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

26. Die Pfarrei Heßlingen.
Schon im Jahre 1271 hatte die Abtei Güter in Heißedingen; ein
Streit wegen derselben wurde 1295 beigelegt. (Vergl. CEhr.)
In den Besitz der Pfarrei gelaugte das Kloster Wadgassen erst nach
Auflösung der Collegiatkirche in St. Arnual, von wo aus die Pfarrei
Heßlingen früher bedient wurde. 1697 war Fr. Heuricus Boös Pastor
in Heßlingen, welcher auch schon 1490 91 daselbst gefunden wird.

27. Die Pfarrei Heusweiler.
Das Kloster zu Wadgassen erhielt 1391 von Johanna, Tochter des
Grafen Simon von Saarbrücken einige Güter in Eyswiler.“ Vermut—
lich sind auch die Schenkungen, die das Kloster 1285, 935, 96, 1300,
Ol, 15, unter diesem Namen erhielt, hierher zu beziehen. Doch hatte die
Abtei weder das Patronats- noch andere Rechte in Heusweiler. 1575
wurde die Reformation eingeführt. Der französische Reunionskrieg setzte
die katholischen Bewohner nur teilweise in ihr altes Recht, indem er ihnen
den Mitgebrauch ihrer ehemaligen Pfarrkirche verschaffte, sie aber als
Filialisten in „Kellerdal“ einpfarrte, von wo aus der sonntägige Gottes:
dienst für sie binationsweise gehalten wurde, während alles Kirchengut nebst
dem Zehuten der protestantischen Gemeinde verblieb. An diesem Zustande
inderte auch der Friedensschluß von Ryswick 1697 nichts. Bei der Visita—
tion von 1718 bildeten Eyweiler unud Heusweiler mit zusammen neun Ort—
schaften eine gemeinsame katholische Pfarrei. Nach dem Visitations-Protokoll
von 1739 befanden sich damals trotz der Bedrückung der Katholiken von
seiten der Saarbrücker Regierung in Heusweiler nur 4 Vutherische, in Hurten
Hirtel) waren alle lIutherisch, in Rittersdorf alle katholisch, in Berschweiler
desgleichen, in Walscheid wohnten 3 Lutherische, in Holz 6, in Quier—
scheid dagegen waren alle Einwohner katholisch. Trotz dieses numme—
rischen Übergewichtes wagten die Katholiken nicht, sich einen im Pfarrort
residierenden Geistlichen zu nehmen. Auch durften sie weder Schulen noch
ein Pfarrhaus bauen. Demnach mußten also die Prämonstratenser aus
Wadgassen von Kölln aus alle die genaunten Ortschaften excurrendo pasto—
rieren, wozu natürlich ein einzelner Mann nicht hinreichend gewesen sein
wird. Das leistete die Abtei Wadgassen zu einer Zeit, als sie selbst in
der größten Geldverlegenheit und Armut war, ohne jegliches Entgelt, und
wie wir sehen, waren ihre Bemühungen um die Wiederherstellung des
katholischen Bekenntnisses von wirklich großartigem Erfolge begleitet.

28. Die Pfarrei Höchen. (Amt Homburg-Pfalz.)
Die Abtei erhält 1260 das halbe Dorf Höchen und 1278 das Recht,
die Pfarrei zu vergeben. Nachdem der Territorialbesitz 1348 an Saar—
brücken abgetreten war, konnten sich die Pfarrrechte höchstens bis zur Re—
formation erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkte ist die Pastorierung der
Pfarrei durch die Patres von Wadgassen wahrscheinlich.
29. Die Pfarrei Hornbach. (Amt Zweibrücken-Pfalz.)
Bärsch zählt diese Pfarrei unter denjenigen auf, die Wadgassen unter
den Akatholiken zu versehen hatte, und rechnet sie zum Sprengel von Metz.
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