Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

132 H. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.

Bildern. Die Anstalt von St. Georg trug seit langer Zeit einen Teil
von den Ausgaben für den öffentichen Unterricht der gauzen Stadt. Aus
dem Jahre 1781 findet sich ein Antrag des Priors an die Verwaltung
von St. Georg auf Bezahlung von zwei Goldstücken jährlich, um zu Hilfe
zu kommen den Bedürfnissen der zahlreichen armen Kinder der Pfarrei
St. Nicolas. Es scheint, daß die Auträge des Priors auf einem alten
Gebrauche basierten, denn 1761 gibt die Pfarrei St. Nicolas selbst die
notwendigsten Ornamente zur Veranstaltung der Fronleichnamsprozession.
Die Kirche von St. Ricolas sowohl als auch das Kloster und seine
Dependenzen wurden 1789 von den Franzosen säcularisiert und später für
Rechnung der Nation versteigert zum Preise von 43600 lieres in Assig—
naten. Die beiden letzten Conventualen waren der Pfarrer Hammes und
der Pater Bäumel. Beide hatten die Schwäche, den Eid auf die Ver—
fassung zu leisten. Der Pater Bäumel erhielt vom konstitutionellen Bi—
schof Brendel eine sogenannte Gerichtsharkeit und war beauftragt mit der
Vicarie von St. Nicolas und der Administration der vacanten Pfarreien
der Umgegend; er sagt es selbst in den Notizen die er hinterlassen hat.
Wegen des Krieges im Jahre 1793 zog sich Propst Hammes nach Pfalz—
burg und Pater Bäumel nach Straßburg zurück. Als man später die
Kirche und das alte Gebände (ehemals Hospital), welches sich in den
Dependenzen fand, für die Summe von 3000 livyres in Silbergeld für
den Zweck des Gottesdienstes wiedergewonnen und die ausgeplünderte
Kirche wieder notdürftig ausgestattet hatte, da amtierte wieder der Pater
Bäumel zuerst als Vikar wie vordem und endlich bei nächster Vakanz auf
Antrag der Bürger, welche ihm sein Vergehen verziehen hatten, als Pfarrer
von St. Nicolas.

24. Die Pfarrei Hatweiler (Harzweiler),
später Jägersburg (bei Wald mohr) genannt. Nach den Berichten
der Chronik schenkt Heinrich von Zweibrücken im Jahre 1279 dem Kloster
Wadgassen das Patronat in Hatweiler, Metzer Diöcese. 1281 giebt der
Archidiakon von Metz dem Kloster die Erlaubnis zur Incorporierung von
Hathevilre, sobald es vakant werde. Nachdem der Pfarrer von Hatvilre,
Rudenger, noch im selben Jahre zugunsten das Klosters auf seine Stelle
resigniert hatte, stand der Incorporation mit Wadgassen nichts mehr im
Wege. Bischof Burchard von Metz genehmigte dieselbe 1292. In der
Aufzeichnung der Pfarreien im Katalog des Klosterarchios findet sich Harz—
weiler, nicht Hatweiler angegeben. Harzweiler an der oberen Saar, wirds
jedoch nicht sein, eher Jägersburg bei Waldmohr (vergl. oben S. 299).
Diese Pfarrei kann höchstens bis zur Reformation bei Wadgassen geblieben
sein, weil sie später nicht mehr erwähnt wird.

25. Die Pfarrei Heckenransbach.
Zur Geschichte dieser Pfarrei stelle man die Berichte der Chronik
von 1141, 70, 78, 85, 96, 97; 1320, 1759, 66 zusammen. Die
Acten von 1759 und 1766 sind u. a. auch von J. B. Reiff, Pastor in
Heckenransbach unterzeichnet. Somit scheint also die Pfarrei Heckenranus—
bach dauernd von den Religiosen aus Wadgassen bedient worden zu sein.
Seit c. 1727 gehörte auch Ernstweiler zu dieser Pfarrei.
            
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