Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

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Religiosen von St. Norbert wieder nach Hagenau und lösten wieder ein
ihr Etablissement, die Kirche und die Gebäude des alten Hospitals, wovon
noch ein ehrwürdiger Rest bestand. Der Rückkaufspreis betrug gemäß
der Chronik der Jesuiten 900 Thaler, die Gemeindearchive sagen 959
horins, der letztere Betrag findet sich auch in den Wadgasser Annalen ange—
geben. Die nicht veräußerten Güter mußten ihnen wieder erstaättet werden,
und sie erhielten auch die Verwaltung der Seelsorge wieder zurück. In
einem Königsbrief Ludwig XV. vom Jahre 1757 an die Religiosen sind
die Details wie folgt unterschieden: „Die Prämonstratenfer treten wieder
ein in den Besitz von St. Nicolas auf Anordnung des Marschalls Barilly
unter Ludwig XIII. zufolge einer Transaktion mit dem Magistrat der
Stadt.“ Diese Erklärung war auf die dringende Bitte der Religiosen
erfolgt, als sie später Schwierigkeiten in der Ausübung ihrer Rechte er—
lebten und als es ihnen unmöglich wurde, sie durch Vorzeigung der von
eudwig XIII. gegebenen Verordnungen zu beweisen.
Am 3. Dezember 1643 nahmen die Prämonstratenser wiederum
Besitz von ihrem alten Kloster, und der Pater Athanasius Schlecht, Sub—
prior des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald, wird als Pfarrer von
St. Nicolas genannt. In der Ausübung des heiligen Dienstes war er
von mehreren Mitgliedern seines Ordens unterstützt. Der Wadgasser An—
nalist erzählt uns, daß der hochwürdigste Propst Norbert vom Kloster
Allerheiligen durch Brief an Philipp Gretsch in Wadgassen als Vater Abt
diesem die Obsorge für das Kloster in Hagenau angeboten habe. Aber
wegen der heftigen hierselbst herrschenden Kriegsunruhen reichten weder
Geldmittel noch Religiosen hin, womit er ihnen hätte wirksam helfen
können. Den ersten Prior hat also, wie gesagt, von neuem hinge—
setzt eben dieser Propst von Allerheiligen den genannten Pater Athanasius
Schlecht, der nachher letzter Propst von Allerheiligen geworden ist und
eben desselben Klosters erster Abt. Nach Dom Calmet hat Wadgassen erst
im Jahre 1717 die Verwaltung des alten Spitals in Hagenau wieder
übernommen, wozu es nach den in der Chronik geschilderten Umständen
nicht früher in der Lage war. Die Wadgasser Conventualen in Hagenau
blieben immerfort Mitglieder des Convents in Wadgassen und mußten
deshalb die kapitularische Einwilligung in den Vertrag wegen dem Über—
gang des Klosters an Frankreich mitunterzeichnen. Wenn das früher auch
der Fall war, und daran wird nicht zu zweifeln sein, dann war das
Hospital St. Nicolas nicht nur eine Filiale von Wadgassen, sondern die—
ses Kloster ist auch als der Obereigentümer jener Besitzungen anzusehen,
wie das in Kleinbockenheim und Merzig ebenso der Fall war. Guerber
nennt uns aus der Reihenfolge der Prämonstratenser als Pfarrer und Prior
von St. Ricolas bis zur französischen Revolution folgende Namen, unter
denen uns verschiedene schon von Wadgassen her bekannt sind: Athanasius
Schlecht, 1643; Milon Kayser, 1651; Hugnes Synoth; Norbert Bonn,
1695; Gautier Baltesdorf, 1701; François Schwartz, 1728; Joseph
Klein, 1745; Johann Baptist Bordier, 1775; Georg Hammes, 1789.
Das Hospital St. Nicolas scheint sich nur sehr langsam von den schwe—
ten Schicksalsschlägen erholt zu haben, denn noch im Jahre 1750 hatte die
Fabrik St. Georg der Kirche St. Nicolas Fonds verschafft zur Restau—
rierung der Kirchenbänke sowie zur Beschaffung von Katechismen und
            
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