126 P. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.
datiert von Seltz, apud Selzam. Das Original ist mit dem kaiserlichen
Siegel versehen und durch viele Zeugen bestätigt. Der Fundator sagt in
der Einleitung, daß Abraham und Loth für würdig geachtet wurden,
Engel zu beherbergen wegen der guten Gastfreundschaft, welche sie übten;
er, der Kaiser, wünscht darzubieten eine Herberge den Armen nud den
Reisenden, egenos vagosque. Er begabte die Stiftung mit einem Gut
von zwei Hufen Landes zu Luticheswilre (Leitersweiler) und fügte hinzu
alle Einkünfte aus den Stadtzöllen des Elsaß, welche dem Kaiser gehörten.
Er bestätigt ihm, was eine vorhergegangene Schenkungsurkunde vorausseszt,
den Besitz der Mühlen bis zum Zusammengehen (jusqu'à concurrenece)
von fünfzehn Rädern und aller Ländereien, welche das Hospital im Geuuß
hat oder welche es später erwerb'n könnte.
Der Kaisfer bestellte zum Dienste des Hospitals einen Propst und vier
Geistlichen vom Orden der Prämonstratenser nebst einigen Laienbrüdern
(frères convers). Der Kaiser Heinrich Vl., Sohn Friedrichs J., erlaubte
im folgenden Jahre (1190) den Religiosen des Hospitals, als dienende
Brüder (commse frères servant) alle Individuen aufzunehmen, welche sich
darbieten und ihren wahrhaftigen Beruf werden erweisen können. Derselbe
Kaiser wandte ihr bald darauf die Einkünfte des Dorfes Baldeburne
(Balbronn) zu. Der Kaiser Philipp, Bruder des vorigen, bestätigt dem
Hospital das Einkommen von Balbron und die Privilegien Friedrichs J.
Die Prämonstratenser wurden darauf verpflichtet einen von den ihrigen
zum Dienste dieser Pfarrei (Balbronn) zu bestellen Am Fuße der Ur—
kunde, welche im Jahre 1207 zu Straßburg ausgestellt wurde, findet sich
eine Spezifikation der Mühlen und Güter, welche im Besitze des Hospitals
waren. In demselben Jahre wurde auch St. Nicolas zur Pfarrei er—
hoben. Bis dahin gab es in Hagenau nur die eine Pfarrei von St. Georg.
Da sie den ganzen Dienst nicht bewältigen konnte, so erschien es vorteil—
haft, eine zweite Pfarrei zu bilden, bestehend aus allen Häusern und Höfen
außerhalb der Stadtmauern. Kirche, Pfarrhaus und Pfarrer fanden sich
in dem Hospiz von St. Nicolas. In dem genannten Jahre (1267) ver—
leiht der Bischof Heinrich von Straßburg deu Religiosen von St. Nicolas
das Recht, alles zu bedienen, was über die Moder hinausliegt und weiter
die Kirche von Balbronn, welche ihnen durch die Schenkung Heinrich VI.
zugefallen war. Gegenüber der Stadtkirche oder Oberpfarrei von St. Georg
bildete St. Nicolas eine Succursal- oder Hilfspfarrei.
Die Prämonstratenser von St. Nicolas setzten nebenbei die Leitung
des Hospitals beständig fort, dem wohlthätigen Zwecke oder der mild—
thätigen Absicht der kaiserlichen Schirmherren und der Mitglieder des
Hauses Hohenstaufen entsprechend, welche mit Zuwendungen der verschie—
densten Art das Hospital immer vollkommener auszustatten bestrebt waren.
Denselben wohlthätigen Sinn zeigten auch mehrere der späteren Kaiser aus
verschiedenen Hänseen. Kaiser Friedrich II. 1218, und Albrecht J. 1299,
sowie die Päpste Honorius IV (7) und Martin V. stellen dem Hospital
St. Nicolas Bestätigungsbriefe aus. Heinrich VII., römischer König, macht
ihm zum Geschenk ein Terrain in der Nähe der Stadt und gewährt im
Jahre 1309 den Prämonstratensern zu Hagenaun das Recht, trockenes Holz
für den häuslichen Gebrauch im Walde zu nehmen und gestattete ihnen
die Eichelmast für 830 Schweine. Zwanzig Jahre nachher (1330) erhöhte