Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

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In den Jahren 1759 und 1766 waren je drei Geistliche aus Wad—
zassen in der Seelsorge dieser Pfarrei thätig. 1690,91, auch 97, war
Stephanus Marx Pastor in Großblittersdorf; der erste Pfarrer nannte
sich Primissarius oder Primitarius. Viele Namen von Geristlichen dieser
Pfarrei finden sich in der Chronik aus verschiedenen Urkunden mitgeteilt.

22. Die Pfarrei Großbockenheim.
Das Patronat der Kirche St. Michgel in Großbockenheim erwarb das
Kloster schon 1196, und der Bischof von Worms gestattete noch im selben
Jahre die Ausübung der Seelsorge daselbst durch Conbentualen von Wad—
gassen, beziehungsweise der Propstei Bockenheim. Durch den Verkauf der
Propftei im Jahre 1582 gingen auch die Pfarrrechte in der Pfarrei
Großbockenheim verloren. Diese und andere Auskunft erhalten wir aus
der Chronik: 1196, 97; 1258, 66, 71; 1359; 1582.

23. Die Pfarrei St. Nicolas zu Hagenau.
Zuverlässige und ausreichende Angaben über diese Pfarrei und das
alte Spital in Hagenau sind in den Wadgasser Papieren und Annalen
nicht enthalten, ebensowenig in dem Bezirksarchiv zu Straßburg, wo ich
die auf Hagenau bezüglichen Urkunden sicher zu finden hoffte. Jufolge
des beschräukten Materials mißte also der Bericht über die Propstei
Hagenau (S. 280) sehr knapp und in manchen Punkten etwas ungenau
ausfallen. Da sich mir an dieser Stelle nun wieder Gelegenheit bot, von
Hagenau zu reden, so glaubte ich, behufs Erlangung besserer Auskunft,
mich noch in letzter Stunde nach Hagenau selbst wenden zu müssen, und
siehe da, die sämtlichen hierher bezüglichen Urkunden, die sich früher in
Straßburg befanden, liegen jetzt in Hagenau, und überdies hat ein Pfarrer
Guerber von Hagenau in einer ausführlichen (französisch-geschriebenen)
Lokalgeschichte der Stadt auch die Geschichte des alten Spitals und der
Pfarrei St. Nicolas sehr vollständig behandelt, so daß ich dieses Werk
zur Unterlage des nun folgenden Berichtes nehmen konnte. Ich schicke
voraus, daß dem Geschichtsschreiber von Hagenau die Beziehungen Wad⸗
gassens zu dieser Stadt, beziehungsweise zu dem genannten Spital und
der Pfarrei St. Nicolaus nur wenig bekannt sind. Dagegen ergänzen sich
seine Mitteilungen mit den Wadgasser Schriften, sodaß es jetzt möglich
ist, etwas Licht in die Geschichte von St. Nicolas zu bringen, wenn schon
ich genötigt bin, mich auf die wesentlichen Momente derselben zu beschränken.
Die Kirche von St. RNicolas, seit 1207 zweite Pfarrei der Stadt,
berdankt ihren Ursprung dem Kaiser Friedrich Barbarossa, welcher im Jahre
1189 (also nicht 1181, wie der Annalist sagt) an dieser Stelle das erste
Hospital gründete. Es trug lange Zeit den Namen altes Hospital (Spital),
um es von dem Hospiz St. Martin zu unterscheiden, welches später durch
die Gemeindeverwaltung im Innern der Stadt gegründet wurde. Das
Hospital St. Nicolas stand außerhalb der Stadtmauern in angemessene
Entfernung von der Neustadt und der Kaiserpfalz. Man bewahrt im
Departementsarchiv die authentischen Urkunden seiner Gründung und eine
beglaubigte Abschrift derselben vom Jahre 1376, welche auf Veranlassung
des Hospitalpropstes Wernher angefertigt worden ist. Das Dokument ist
            
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