Die Wadgasser Pfarreien.
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Pfarrei Neunkirchen, welche um das Jahr 1335 an Wadgassen kam. Im
Jahre 1426 erhielt Gersweiler eine eigene Kirche, welche von dem Weih—
hischof Joannes de Vico zu Ehren der hh. Quirinus und Martinus ein—
geweiht wurde. Sie soll damals zu der neuen Kirche in Gemünden (vergl.
Ehronik 1426 und Pfarrei Saargemünd) gehört haben. Möjzlich wär's,
daß einer der Präbendare zu Saargemünd diesen Ort wenigstens zeitweilig
zu verwalten und auch das Einkommen dieser Kirche zu beziehen hatte.
Im Ensheimer Heberegister erscheint Wadgassen als Decimator von Gers—
weiler, welches damals (1781) nach Neunkirchen eingepfarrt war. Nach
dem Güterverzeichnis vom 22. September 1790 erhebt das Kloster Wad—
zassen zu Gersweiler den großen Zehnten, überläßt dagegen den kleinen
Zehnten dem Herrn Pastor von Saargemünd. Aus aunderen Quellen soll
wiederum hervorgehen, daß Wadgassen aus dem Zehnten zu Gersweiler nur
23 erhalten habe. Bliesgersweiler besitzt heute noch eine kleine sehr alte
Kapelle, die, wenn sie früher nicht größer war, nicht darauf schließen läßt,
daß jemals der Pfarrgottesdieust darin abgehalten werden konnte.
21. Die Pfarrei Großblittersdorf.
Zur Geschichte dieser Pfarrei finden sich schon manche interessante
Nachrichten in der Chronik: 1220, 29, 23, 283, 23, 46, 53, 53, 54,
71, 85, 83; 1303, 20, 35,.42; 1626, 77, 83, 97; 1756, 4850, 67.
Das Patronat der Kirche in Großblittersdorf hatte das Kloster mit
den gleichen Rechten in Lisdorf von verschiedenen Gliedern der gräflich
saarbrückifchen Familie zum Geschenke erhalten. Bärsch macht darüber
insbesondere noch folgende Angaben: „Der Wildgraf Conrad II., welcher
mit Gisela, der Tochter des Grafen Simon II. von Saarbrücken vermählt
war, erhielt durch diese Vermählung einen Anteil an den Patronaten der
Kirchen zu Lisdorf und Blittersdorf und schenkte solchen im Jahre 1220 der
Abtei Wadgassen. — Herzog Walram von Limburg gab 1223 (die purific.
B. M.) auch seinen Anteil am Patronate zu Blittersdorf dem Kloster. —
Graf Lothar von Wied, welcher sich 1220 mit Lucardis, der Witwe des
Grafen Simon II. von Saarbrücken vermählt hatte, schenkte mit Zustimmung
seiner Gemahlin dem Kloster Wadgassen die Hälfte des Patronats der
Kirche zu Blittersdorf und drei Teile desjenigen zu Lisdorf. — Im Jahre
1223 schenkte auch Graf Friedrich von Leiningen, ein Bruder der Lucardis,
seinen Auteil an dem Patronate der beiden Kirchen dem Kloster.“
Über die Pfarrei Großblittersdorf macht Köllner noch folgende An—
gaben: „Die Pfarrei umfaßte die Ortschaften Großblittersdorf, Klein—
blittersdorf, Auersmacher und Cochlingen. Der ganze Pfarrbezirk ge—
hörte 1544 zum Herzogtum Lothringen.
1544. In dem Vertrag zwischen diesen Gemeinden und Wadgassen steht,
daß sie 6) Malter Früchte an den Abt zu bezahlen hatten. Da—
gegen soll dieser den Pfarrer zu Blittersdorf anhalten, einen Sonn—
tag um den andern die Messe morgens in Blittersdorf und Coch—
linger Kapelle zu halten. — Beim Bruch dieses Vertrages soll die
bruchfällige Partei 2 Malter Früchte an den Amtmaunn zu Saar—
gemünd von „wegen unsers gestrengen Försten und Herru Herzog
von Lothringen zahlen.“