Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

422 E. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.

die Kirche von Fremmerstorf nebst 3 des Zehnten einbegriffen. Dasselbe
Kloster erhielt in Jahre 1153 von Erzbischof Hillin die Bestätigung dieser
Schenkung und die Vermehrung derselben um die andern 2453 des Zehnten.
In demselben Acte wird Fremmerstorf sodann auch unter den Orten
genannt, aus welchen dem Kloster Merzig 120 Morgen Land zuge—
wendet wurden. Dieses Besitztum in Fremmerstorf finden wir nun auch
unter denjenigen erwähnt, welche mit dem Kloster zu Merzig im Jahre
1182 an das Kloster Wadgassen übergingen, welches als der Rechtsuach—
folger in den sämtlichen Besitzungen des früheren Klosters zu Merzig an—
zusehen ist. Trotzdem habe ich nirgendwo finden können, daß Wad—
gassen etwa von seiner Propstei Merzig aus die Seelsorge in Fremmers—
dorf wirklich ausgeübt hat; im Gegenteil scheinen sogar die Rechte auf
die Kirche daselbst schon sehr früh verloren gegangen zu sein, denn schon
1152 und 1220 erscheint ein Hermann von Frümmersdorf als Kollator
der Pfarrstelle, der auch /, des Zehnten bezog (de Lorenzi). Vergleiche
die Chronik 1182.

18. Die Kapelle zu Flacsstorf (Flasdorf bei Waldweisdorf-Lothringen)
mit Kirche und 10 mansus gehörte ebenfalls zu den Besitzungen, welche
der Abtei Wadgassen im Jahre 1182 mit dem Augustinerkloster zu Merzig
übertragen wurden. Bei der großen Entfernung von Merzig kann nicht
wohl angenommen werden, daß die Prämonstratenser-Patres dieser Propstei
auch die Seelsorge in Flasdorf übernehmen konnten. Die Wadgasser
Rechte blieben daher jedenfalls auf das Patronat beschränkt, welches
wiederum sehr frühe verloren gegangen sein muß, da die Acten des Klo—
sters dasselbe nicht weiter erwähnen.

19. Die Pfarrei Geunweiler.

Dieser Ort mit seiner Kapelle bildete ursprünglich eine Filiale der
Pfarrei Kleinebersweiler. Im Jahre 1389 wollten die Bewohner von
Gennweiler ihre Kapelle zur Mutterkirche erhoben haben, welcher Wunsch
aber damals noch nicht erfüllt werden konnte. So blieb denn Gennweiler
noch immerfort Filiale von Kleinebersweiler, woselbst die Kirche, wie Köllner
sagt, von 1591 bis 1755 nur von Geistlichen aus Wadgassen bedient
wuürde. In diesem Jahre aber trug die Gemeinde Gennweiler mit zwei
Ortschaften Hellering-französisch, und Alt-Klein-Homburg-lothringisch, bei
dem Bischof von Metz darauf an, um die Kirche zu Gennweiler zu einer
Pfarrkirche zu erheben und einen Pfarrer daselbst zu bestellen. Darauf
hat der Bischof die Pfarrei einem Weltgeistlichen Joh. W. Thomè ver—
liehen. Doch schon 1759 ist der Pr. J. J. M. May aus Wadgassen
Pastor in Gennweiler, welcher sich auch 1766 als solcher unterzeichnet.
Ddie Decimatoren waren nach Köllner: die Gräfin von Püttlingen, die
Abtei Wadgassen, die Benedictiner Nonnen zu St. Avold, die Frau von
Hellering und der Graf von Salm.

20. Die Kirche zu Gersweiler a./Blies.
In diesem Orte besaß die Abtei Wadgassen seit dem Jahre 1304
alle Rechte. Wie Saargemünd so gehörte auch Bliesgersweiler stets zur
            
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