Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

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Der Visitationsbericht von 1739 bemerkt, daß sich in Differten eine
öffentliche Kapelle befinde. Dieselbe ist im Jahre 1429 erbaut worden.
Die Einwohner besuchten aber am liebsten den feierlichen Dienst in der
tlosterkirche zu Wadgassen. Differten hatte bis zur Vertreibung der
Ordensgeistlichen kein Pfarrhaus. Übrigens scheinen die Differter und
Friedrichweiler die Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse doch meist in
Wadgassen gefunden zu haben, wohin sie auch ihre Toten bestatteten;
davon zenugt noch der sogen. Totenweg auf der Höhe nach Differten und
die Inschriften erhaltener Grabdenksteine auf dem alten Friedhofe in
Wadgassen.
Im Wadgasser Prästationsregister von c. 1787 ist Differten mit
Friedrichweiler und Warndtshof als ein Bestandteil der Pfarrei Wadgas—
sen aufgeführt. Aus den alten Geburts-, Heirats- und Sterberegistern
der Pfarrei Wadgassen geht dann auch hervor, daß jene Orte schon seit
dem 30jährigen Kriege mit den Wadgasser Ortschaften nur eine Pfarrei
ausmachten. In einem dieser Register findet sich ein bemerkenswerter
Vertrag vom 21. Januar 1768, wonach die Gemeinde Friedrichweiler für
den Anschluß an die Pfarrei Wadgassen, genannt Oberkirch, sich zu ver—
schiedenen Leistungen verpflichtet. Derselbe hat (buchstäblich abgeschrieben)
folgenden Wortlaut:
„Contract: Mit der Gemeinde Von fridrichweiller wegent auffnahme
zu Pfarkinder der Pfarkirch Oberkirch. Wir Meyer, Heumeyer und ge—
meinsmänner der gemeinde Von fridrichweiller, die wir aus Christlicher
Liebe von dem gotteshaus Wadgassen zu pfarkinder der pfarkirch Oberkirch
genannt auffgenommen seyn worden, Versprechen und Verbinden uns all—
jährlich Zur Zahlung der Mühewaltung des uns Bedienenden geistlichen
zu erlegen Von jeder gansen ehe 30 8Sols französischer währung und Von
einer halben 15 Sols, welches gelt an dem ende eines jedes lauffenden
jahrs Von dem Heumeyer Versammlet und dem Bedienenden geistlichen
überbracht werden soll; auch Versprechen wir dem geistlichen ein pferd zu
schicken, wan er Zu Kranken Beruffen wird werden, wanns nur möglich
seyn Kan, Versprechen anbey auch wie andere pfarkKinder in allem unter—
khänig zu seyn; urKund dessen haben wir uns eigenhändig unterschrieben
und unterhandzeichnet — Fridrichweiler 21. Jenner 1768.“
Es haben unterschrieben und unterhandzeichnet: 1. Johannes Burg
als Heumeyer, 2. Lorent Remarque, 3. Michel Remarque, 4. Bernard
Lorson, 5. Caspar Louis, 6. Anna Maria Schmitin, 7. Barbara Drei—
stadt, 8. Heinrich Klein, 9. Michel Wolf und endlich Pr. J. Steichen —
Pastor.

12. Das Patronat Dillingen.

Unter den Patronats- und Zehntherrn in Dillingen erscheinen zuerst
die Herrn von Siersberg. Arnold „Ritter von Siersperch“ schenkte am
21. Juli 1262 seine Rechte der Abtei Mettlach, welche noch 1389 einen
Pfarrer für Dilliugen präsentieree. Im Jahre 1427 erscheint der Abt
von Wadgassen als Kollator. Als aber nach 1554 die Freiherrn von
Braubach den Siersbergern in der Herrschaft von Dillingen gefolgt waren,
hrachten jene das Kollationsrecht 1595 an sich, und von da an waren es
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