Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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E. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.

welche in Britten ständig residieren. Am 26. Juni 1707 wurde zwischen
den Einwohnern und dem Abt von Wadgassen der Vertrag geschlossen,
daß jene dem Geistlichen das nötige Brennholz gewähren sollen. Anus
dem Visitations-Protokoll von 1739 ersehen wir, daß die Kapelle dem
h. Wendalin geweiht war und zwei Altäre, eine Glocke und einen Kelch
mit silberner Kuppe besaß. Das Wittum brachte damals 5 Wagen Heu—
und 1 Malter Korn ein. Eine Schnle war eben erbaut worden. Gegen
Ende des vorigen Jahrhunderts befand sich die Kapelle in so schlechtem
Zustande, daß dem Kuratgeistlichen 1787 der Befehl zugestellt wurde, die
Gemeinde müsse das Gotteshaus schleunigst herstellen oder einen Neubau
aufführen. — Groß und kleine Zehnten zu Britten standen dem Erzstifte
mit 23 und dem Vicar von Merzig mit z zu, und ertrugen (im ganzen)
40 Malter Früchte und 18 Thaler Geld. — Im Jahre 1759 hat sich
ein Fr. Michael Zisch als Vicarius in Britten, 1766 derselbe als Pfarrer
daselbst unterzeichnet.

7. Die Psarrei Burgalben.
Zur Geschichte dieser Pfarrei vergleiche die Chronik: 1152, 79, 973
1202) 16, 30, 84; 1305, 10, 26, 28, 33, 47, 52; 1435, 35; 15735
1585; 1615.

9. Pfarrei Bußweiler (bei Bitsch, Kreis Saargemünd).
Das Kloster besorgte auch die Seelsorge zu „Busweiler“ im Sprengel
von Straßburg. Diese Notiz hat Bärsch den Steinfelder Archivalien ent—
nommen und ist sehr wahrscheinlich auf das Jahr 1716 zu beziehen, weil
damals eine eingehende Revision des Klosters durch den Abt von Steinfeld
stattgefunden hatte. Weitere Nachrichten stehen uns darüber nicht zur
Verfügung, und es scheint, daß die Pastorierung dieser Pfarrei durch Wad—
gasser Patres nur in Vertretung geschah oder doch nicht von langer Dauer
war, denn weder 1759 noch 1766 geschieht derselben mehr Erwähnung.
Bärsch zählt Busweiler unter denjenigen Pfarreien auf, welche Wadgassen
unter den Akatholiken zu versehen hatte.

10. Die Pfarrei Cöllu.
Eine Pfarrkirche zum h. Martinus befand sich schon zu Anfang des
13. Jahrhunderts im Köllerthal (Colredal). Graf Simon IUI. von Saar—
brücken schenkte 1223 der Abtei Wadgassen das Patronatsrecht über die—
selben nebst 14 des Zehnten, und Erzbischof Theoderich von Trier er—
laubte dem Abt Reiner, die Seelsorge durch einen seiner Konventualen
daselbst auszuüben. Bei einer Erbteilung unter den Töchtern des genann—
ten Grafen fiel 1235 das Val de Coloigne nebst Malstatt seiner Tochter
Johanne zu. Die Pfarrei Kullerdall bestand noch bei der Visitation von
1569 und war mit einem kath. Pfarrer besetzt, ohne Zweifel mit einem
Prämonstratenser aus Wadgassen; denn dem Abt dieses Klosters stand
das Kollationsrecht der Kirche des h. Martinus im „Kullerdhall“ zu.
Unter dem Grafen Philipp III. von Saarbrücken wurde dann 1575 die
Reformation eingeführt, welcher die zahlreichen glaubenstreuen Parochianen
mit Gewalt zur Annahme der neuen Lehre zu nötigen suchte. Nach mehr
als hundertjähiger Einstellung des kath. Gottesdienstes, während welcher
            
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