Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

t12 E. Das Kloster Wadgassen im Dienste der Menschheit.

Celle zu Merzig der Abtei Wadgassen Landgüter übergiebt. Thatsache ist,
daß sowohl Bietzen wie die Filialen Harlingen und Menningen stets zu—
sammengehörten und eine Annere der Prämonstratenser-Propstei Merzig
bildeten. Der Gottesdienst und die Seelsorge wurden durch einen Professen
von Wadgassen von der Merziger Propstei aus versehen, und zwar in dem
Hauptorte Bietzen, wo sich auch der Taufstein befand. Jeder Ort hatte
eine Kapelle. Die Kapelle in Bietzen wurde schon zum Jahre 1527 er—
wähnt. Die Pfarrkirche dafelbst ist im Jahre 1730 erbaut worden. Pfarr—
haus und Wittum gab es bis zur Aufhebung der Klöster in Bietzen nicht.
Die im Jahre 1772 von den Einwohnern an den Visitator gerichtete Klage,
daß sie weder Vesper, noch Christenlehre hätten, macht ihnen alle Ehre.
Nach Briesen hatten die Gemeinden Bietzen, Harlingen und Menningen
einen gemeinschaftlichen Bann und gemceiuschaftliche Gemeindewalduugen.
Das Buza oder Bueze, welches in Verbindung mit Herlcvinga oder Her—
ledinga in den Urkunden Albero's 1147 und Hillin's 1153 vorkommt,
hält er für Bietzen. Die Propstei hatte Güter und Gefälle in diesen
Ortschaften aber doch keinerlei Rechte; sie bezog ein Drittel des Zehnten,
welcher 69 Malter Früchte betrug. 1766 hat ein Fr. Michael Geörgen
als Pfarrer zu Bizing unterzeichnet (GNDBömoire raisonné.)

5. Die Pfarrei Bous.

Das Patronat über die Kirche zu Bous und die Kapelle zu Pütt—
lingen hatten die Edeln Rorich und Friedrich von Saarbrücken dem Kloster
Wadgassen geschenkt. Graf Heinrich von Castel genehmigt 1224 diese
Schenkung und verzichtet auf seine lehnsherrlichen Rechte. Diese Rechte
rührten wahrscheinlich von seiner Mutter Jutta, Tochter des Grafen
Simon III. von Saarbrücken und Gemahlin des Grafen Volmar II. von
Castel (a. d. Blies) her. Der trierische Erzbischof Diedrich II. (Graf
v. Wied 1212-1242) genehmigte die Schenkung 1232. — GBärsch).
Von der Kirche zu Bous berichtet die Chronik: 1223, 24, 25; 1677;
1713, 59, 66. Vergleiche S. 206 ff.
Der Geschichte von de Lorenzi entnehmen wir über die Pfarrei Bous
folgendes: „Zur weiteren Ausstattung der Abtei Wadgassen schenkten im
Jahre 1224 die Grafen Reiner und Friedrich von Saarbrücken dem Kloster
das Patronatsrecht über die St. Peterskirche in Bous und der dazu ge—
hörigen Filialkapelle in Püttlingen. Mit dem Patronate über Bous über—
gaben sie auch denjenigen Teil des Zehnten (ein Drittel) welcher dem
Pfarrer zukommt und unterstellten somit die Pfarrei der Abteikirche. Erz—
bischof Theoderich bestätigte in demselben Jahre diese Schenkung.
Von nun ab wurde die Seelsorge ganz von Wadgassen übernommen
und bei allen Stürmen, welche sich später, namentlich in der Reforma—
tionszeit, erhoben, stets aufs treueste fortgeführt. Der Widerstand, welchen
der Dechant des Landkapitels Merzig, Pfarrer zu Losheim, der Abhal—
tung des Gottesdienstes zu Bos durch einen der Kanoniker von Wadego—
zingen zu leisten versuchte, wurde durch den Archidiakon Rudolph 12483
leicht gehoben. Kurz vor dem Ausbruch der Reformation in der Graf—
schaft Nassau-Saarbrücken gelangte die Abtei auch zu dem territorialen
Besitz des Pfarrortes (1489/1548). Dadurch entgingen die Katholiken
            
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