Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Wadgasser Pfarreien.

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glöckner den kircher zum tagh zwei malhe zu hauß suchen vnd fragen, ob ime etwas
gebreche. Item, soll ein glöckner dem kircher vund nicht denm cappellan all sein holtz
hawen. Item soll der glöckner dem kirchherrn jedes fest, freitagh, sontag zu morgen
sein pferdt bere'ten, drencken, füetern, sattlen und zeumen, so ehr zur kirchen reiten
will. Item soll der glöckner dem kirchherrn sein korn zu müle vnd heraus führen,
hachen vnd bereiten. Item, soll er in der wochen zweimall, alle sontagh, u. s. w.
off ein meill wegs wein, brodt, fleisch, fisch zu holen schuldigh, deß muß ihm der
kiichherr alle mahl den kosten geben; jwie ehrs vud sein gesindt essendt. Item souil
das pfahrhauß belanget, wen dasselbig durch vnfall verbrendt oder sunst schaden
erliedt, so ist die gantz pfahr schuldigh, das hauß anffzubawen mit vier wenden oder
mauren, darin ein kahmer vnd stub mit einem kachelloffen vnd ein spinde, da man
hrodt vnd anders einthutt, vnd ein steill in das hauß, da der kirchherr sein pferd
anbindt; vnd soll die pfahr das hauß zum ehrsten decken; vnd was weiters von
nötten im hauß, als speicher, kammern, soll der giffter der kirchen bawen, bessern
Ind handthaben.

3. Die Pfarrei (Vicarie) Bisten.
Von einer Kapelle in Bisten ist schon 1221 die Rede. Der Ort ge—
hörte zur lothringischen Herrschaft Berus und war Filiale der Pfarrei
Eschweiler-Berus, von wo aus einer der Vikare den Gottesdienst besorgte.
Von größerer Bedentung wurde die Kapelle, als die ganze Gemeinde
UÜberherrn 1617 genötigt wurde, ihre religiöfen Bedürfnisse ebeufalls
hier zu befriedigen. Dieser Ort lag in der Grafschaft Nassau-Saar—
brücken und war bis dahin selbständige katholische Pfarrei gewesen.
Als die Machthaber der schwergeprüften Grafschaft auch die Bewohner
von Überherrn zur Annahme der Reformation nöligen wollten, widersetzte
sich die ganze Gemeinde und schloß sich den Glaubensgenossen in Bisten
an, wo sie von Berus aus, pastoriert wurden. Graf Ludwig versuchte,
eine lutherische Pfarrei in Überherrn zu bilden und ließ daselbst 1617
für den Prebiger ein Pfarrhaus bauen, aber ohne den erwarteten Erfolg.
In dem Friedensvertrag von Ryswick heißt es No. 56: „UÜüberherrn,
Grafschaft Saarbrücken, Diöcese Metz. Die zerstörte Kirche ist im Besitz
der Augsburger Konfessionsgenossen. Die Katholiken gehen nach Berus
in die Kirche.“ Durch den Vertrag von Bockenheim kam Überherrn 1766
an Frankreich und blieb fortan unbehelligt unter dem Schutze und der
Seelsorge der Prämonstratenser von Berus. — Die jetzige Pfarrkirche von
Bisten ist 1788 erbaut. Sie besitzt 3 Altäre und u. a. 3 aus Wadgassen
stammende Gemälde sowie 2 Glocken, von welchen die ältere aus dem
Jahre 1729 eine schöne Aufschrift trägt. — Die alte Kapelle zum h. An—
tonius zu Uberherrn stammte aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts.
Auf dem nahe gelegenen Linseler Hof, welcher der Abtei Fraulautern ge—
hörte, befand sich eine dem h. Laurentins geweihte Kreuzkapelle, welche
am Feste dieses Heiligen, dem sogen. „Linseler Tag“ von zahlreichen
Gläubigen besucht wurde. Vergleiche auch die Chronik: 1221, 22, 23, 25,
1250; 1304, 17, 17, 20; 1434; 1607, 59, 67.

4. Die Pfarrei Bietzen.
Bieten, sagt de Lorenzi, ist wahrscheinlich das Bouze, wo der
Erzbischof Arnold 1182, ebenso wie in Harldingen (Harlingen), nebst der
            
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