Die Wadgasser Pfarreien.
1409
dieser beiden Dörfer erhielt ein eigenes Gotteshaus, zu dessen Bau wahr—
scheinlich auch der Abt von Wadgassen einen Beitrag leisten mußte, wel—
cher mit dem Grafen von der Leyen den Zehnten zu Auersmacher bezog
und auch Kollator der Mutterkirche war. Die nenue Kapelle wurde auf
den Titel Mariä Heimsuchung geweiht. Auf dem ehemaligen Kirchhof
von Auersmacher steht auch noch eine alte dem hl. Wendalin geweihte
Kapelle. Weitere Nachrichten über die kirchlichen Verhältnisse in Auers—
macher bringt die Abhandlung über die Pfarrei Großblittersdorf.
2. Die Propstei Berus.
Dieser Ort war ursprünglich Filiale von Eschweiler im Landkapitel
St. Avold der Diöcese Metz. Der Ritter Marsilius von Lisdorf scheukte
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Bischof zddonrad von Metz übertrug 1223 letzterem die Seelsorge daselbst,
und Herzog Matthäus von Lothringen sicherte demselben sowohl das Pa—
tronatsrecht, wie den Zehnten zu Eßwilre. Papst Honorius III. bestä—
tigte 1225 die Inkorporation der Pfarrei nebst den Zugehörungen zu
Berns. Die Pfarrkirche von Eschweiler stand in hohem Ansehen durch
das Grab der s. Orana und ihrer Genossin Cyrilla. Als der Pfarrort
Eschweiler 1566 im Bauernkrieg zerstört worden war, geriet die verein—
samte Pfarrkirche mehr und mehr in Verfall; Berus wurde Mittelpunkt
der Pfarrei und seit 1481 Sitz des Pfarrers, oder vielmehr des Propstes
und seiner 4 Mitbrüder aus Wadgassen. Am 17. September 1719 ge—
schah die Translation der Reliquien von St. Oranna in die Kreuzkapelle
zu Berus. Das Grabmal befindet sich in der 1748 nueun erbauten Pfarr—
kirche von Berus auf der Epistelseite. Bis zur Auflösung des Klosters
gehörten außer der jetzigen Filiale Altforweiler noch die Pfarreien Bisten,
Reuforweiler und Felsberg und die Filiale St. Oranna, sowie die Kapelle
Linsel als Annexen zu Berus. Nur in diesem Sinne bildete Berus eine
Propstei, welche, abgesehen von einem freien Hause und einigen Gütern,
weder an der Grundherrschaft noch an der höheren Herrlichkeit zu Berus
beteiligt war. Nach dem Pouillé du Dioc. de Met- von N. Tabouillot
bezog der Pfarrer (Propst) die Hälfte des ganzen Zehnten, die andere
Hälfte fiel dem Könige von Frankreich, dem Abt von Wadgassen und den
Benediktinern von Bouzonville zu. Von den Wadgasser Patres wurde
in späteren Jahrhunderten das heutige Pfarrhaus gebaut.
Andere interessante Einzelheiten über Berus-Eschweiler finden sich in
der Chronik erwähnt, vergleiche Eschweiler: 1220, 21, 22, 23, 23, 23,
25, 50, 50, 61; 1348; 1426, 33, 63, 80, 81; 1593. — Berus: 1220,
1250, 50; 1320, 59; 1426, 81; 1683, 97; 1716, 59, 66. — Siehe
ferner S. 285 und 301.
Weissthum zu Eschweiler.
1401, aber nach viel späterer abfassung. (Grimm II. S. 262-64.)
Zum ersten soll ein jeder kyrcher, so mit der mutter kirchen Eschweiler begabet
ond presentirt wird, vnd in der stadt Bereß wohnet, die kirch Eschweiler zu allen
hochzeitlichen tagen bedienen vnd versehen mit mißlesen, singen, predigen vnd tauffen
zu ewigen tagen; des sall jedes mensch, so zum h. sacrament gehet, ime schuldigh
sein sein opfer, nemblich ein Metzer pfennig zu geben.