Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen.

Erstlich ward Sondag von Crichingen uf vorgemelten Tag ohngefehr zwischen
dund 10 Uhren aus dem Closter Wadgassen am Stricke nachher Spurck durch
Schützen und das Sprell (Pedell ?) begleitet geführt, allda inwendig des Hofs vor der
Herberg Spurck gestellet, daran der Ehrenvest und Wohlachtbar Herr Thomas Bruch
Wodgassenscher Probst zu Saarbrücken nud als Schultheisen Amtsverwalter sich erst—
lich gesetzt, welchen ich unterschriebener in dieser Sachen bestellter Gerichtsschreiber
uf empfangenen Befelch mich adjungirt.
Darauf der Herr Schultheß den Pfarr Hochgerichts Meyer erfragt, ob dem
Schöffen wie recht und nach Hoffes Brauch eingebotten worden wäre.
Des Hochgerichts Meyer antwort: Ja!
Der Schoeffen gleicher Gestalt erfragt worden, ob ihuen wie breuchlich were,
eingebotten worden.
Antwort: Ja!
Der Herr Schultheß bracht dem Schöffen mündlich vor, nachdem gegenwärtige
mißthäsige Persen Sondeg von Crichingen in des Ehrwürdigen und Andäctigen
Herrn Johannis von Berris Abbten des Gotteshaus Weodgassen Haftuug gebracht,
bey welchem sowohl in gütlicher als Peinlicher Examination sich allerhand hochstraf⸗
barlichen Unthaten befunden, wollte derwegen ihnen Scheffen ausbeladen haben recht
zu bringen, wie mit demselben zu verfahren damit die heilsame jnstitia wie auch
des Gotteshaus Hoch und Herrlichkeit gehandhabt und dem armen Menschen kein
Unrecht geschehe.
Der Scheffer nach etlaubtem abtritt referirt mit recht, daß der Gefangue aus
seinen Banden zu thun und uf freyen fuß zu stellen seye, solte dann ferner geschehen
was recht wäre.
Dieses ist geschehen und dem Fjscalisch Anwalt die gegen den Mißthätigen ge—
stelt Klag in Schriften übergeben worden.
Der Scheffer ferner ausbeladen, recht zu pringen weil der Gefangene seiner
Bauden erledigt und uf freyem fuß stünde, wie mit demselben nun zu procediren,
danit pp wie obsteht. Der Scheffen nach gehabtem abtritt erkannt mit recht mann
solte dem Gefangenen seine bekanntnuß vorlesen und uf jeder fragen, ob er derselben
gestendig oder nicht? Tem Mißthätigen ward seine Bekanntnuß vorgelesen und uf
ein jeder gefragt, ob er derselbigen noch gestendig bliebe oder nicht.
Der Verhaffte ward aller seiner bekanntnuß gestandig; allegirt darbeneben auch
ctliche zauberische Unthaten, so er hatte gelehrnet und zu theil getrieben hatte, weil
aber in solchen Erzehlten und darauf beschehenes Examiniren nur ein lauter Betrug
und ein fast grose Wankelmühtigkeit in seiner Autwort vermercket worden, ist des—
wegen nicht besonders (ungeachtet Er Verhafte derhalben auch gebührlich gestraft
zu werden begehrte) gegen ihne vorgenommen, sondern allein in erst augefangenem
Proceß procedirt worden.
Der Schoeffen ferner ansbeladen, recht zu pringen, weil seine Bekantnus vor—
gelesen Er auch solcher gestendig wäre blieben, was mit Ihme auf solche seine ge—
ständigkeit zu thun seye damit die heilige Justitia gehandhabt und dem aruten Men—
schen kein Unrecht geschehe.
Der Schefen referirt mit recht, mann solte den mißthätigen sragen, ob er kunte
vor Leib und Guht Borgen geben, wo nicht solte mann Ihnen wider in Haftung
nehmen.
Die Mißthätige Persohn erfragt, ob sie Burgen vermeint zu geben, antwort
wußte anders Niemand vor Burg anzusprechen den Gott den Allmächtigen, demselben
1u9 dem Nechten wolt er sein Sach befehlen.
            
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