Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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d. Peinlicher Prozeß gegen Sondag von Chrichingen wegen
Diebstahls und Zauberei.
Wetzlarer Staatsarchiv Wi. 23,70 III. fol. 1151-1165)
1. No. 104 fol. 1151-1152.
Der Abt von Wadgassen schreibt: Wadgassen 19. Sept. 1618 an
den Dr. jur. Barthol. Werner gen. Polt, gräflich Saarbr. Rath, daß
er und feine Vorgänger das Hochgericht, seitdem sie es erhalten, ohne
Zwietrag exerciert und zu allen schwierigen Fällen einen Rechtsgelehrten
zuügezogen, so als vor 25 Jahren drei Frauen Zauberei halber exequiert
vorden, den Dr. Gallen Rüschlein sel., der viele Jahre Wadgasser
Syndicus gewesen, danach aber sei De. Werner zum Syndicus bestellt,
so z. Bsp. als vor drei Jahren Adam von Hostenbach ein Pferd gestohlen,
oder als Bastian Volklingers zu Liestorf eine Frau habe morden helfen und
indere böse Stück begangen. Der Abt überschickt genanntem Dr. Werner nun
das Bekenttnis ꝛc. des Sondag von Chrichingen und bittet um dessen Urteil ꝛc.,
er möge solches durch den Propst von Saarbrücken nach Wadgassen senden.
3. No. 165.
Peinlicher Proceß zu Wadgassen d. 14,24. Sept. 1618.
Heut dato 14,24 Sept. 1618 ist Sonndag von Chrichingen wegen zuvor daselbst
geschehener leiblicher Verhaftung begangener Exceß halber vor Mittag in gütliches
Verhor vorgestellt in Beyseyn des Ehrwürdigen Herrn Johaun von Berris Abbien,
Herrn Thomae Prnehen, Wadgas'schen Probstes und Schultheisen Herrn Bartho—
somei Wenori gen. Boltzen der Rechten Doctor, nassauischen Rahts und des Gottes⸗
hauses Advocaten, Johann Jakob 8eheitlarts, Notarii und Matthige Fréeistorffex, des
Klosters verorducter Sceretarii und Schreiber.
Ad Geueralia sagt Er Sondag.
Heiße Sondag von Chrichingen, sein Vatter Peter Bet, wisse nicht wie alt, noch
wo sein Vatter gewohrnt, hab seine Eltern nie gesehen, seye ein schneider, habs ge—
rieben bei Claussen zu Chrichingen und bei Meyer Merxen dafelbst gelehrnet, hernach
seye Er bei den Mutiniren in Nicderlaud nud in Savoya gewesen, die drei Diterich
habe Er von Adam von Nolbach, der zu Nussem ein Krieger erstochen, bekommen, dabei
er gewesen seye. Hab sich sonst als ein gartknecht ernehret, habe kein Gesellen mehr
als Stephan des Hofmannsschwager uf Gernspach, seye zu acht Wochen bey Ihme
gewesen, da Er aber gesangen worden, seyen noch Zween audere ihme unbekannte
Gartknecht („Garten“ ist ein altes Wort, das betteln bedentet) zu Spurch bet ihnen
gewesen. Sein Weib heiß Anna zu Nolbach daheim, zu Emmerschweiler geehlicht.
hab mit ihr ein klein halbjährig Kind zu Ottendorf gelassen.
Die Schlüssel gestehet er Adam hab drey, die auder drey hab Stephan gemacht,
aber den Diterich hab Er selbst gemacht, mit dem großen hab Adam Korn gestohlen,
so sie etwan Schrencker genannt. Er hab Zeit Pfingsten solche gehabt.
Was Adam gestohlen hab Er helffen Essen, hab den Diterich gemacht, sein
Hausmann zu Aachen vor 4 Jahren das Posament zu stehlen, sagt hab ihn erst
»or 2 Jabren gemacht.
Die Pistohlen hab er uf Jau Spitzkopf, so Ihme 19 Philippen gestohlen getragen.
Ad Specialia: Leuguet daß er nach dem Bauren und des H. Abbt Diener
Hermann geschossen: It. Was den Meyer zu Cochern anlangt, doch nicht gar. Die
lerva hab er zu Meiland kauft. R(7) Die lerva hab ihm ein Markedenter geschenkt
Das Zinn hab Ihme Haus Peter Schlösser zu Trier unden am Sternen geschenkt
            
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