Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen

2. Fragt der Probst zum andern:
Ir Scheffen und gericht ist ench allen Ingebotten wie Hoffsrecht, und ist der
Scheffenstul gantz nach Hoffsbrauch. — Die Scheffen antworten — Ja.
3. Fragt der Probst zum Dritten:
Ir Meyer und gericht. Es wird alhiermit mißthättige Person N. vor recht
gestelt welche underschiedlich Diebstähl Halb augeklagt und durch Ir eigen Be—
keudtnuß derselben guugsams überwunden, derselben wollet Ir Meyer den Schef—
fen außbeladen mit recht zu erlennen, was mit dieser armen Perion zu thun
seyn, damit des Ehrwürdig und andechtigen Herrn Johannen von Bereß
(1607- 1634) Abts zu Wadtgassen Herrlichkeit und Hohegerichtsgetechtigkeit ge—
handthabt werde und auch der armen Person kein Unrecht geschehe. — Uf dieß
heist der Meyer den Scheffen recht Bringen nach leuth des Probsts Begeren.
Daruff nimmt der Scheffeu Abtritt und bedacht und bringt zur Antwort:
Man solle die arme Person auß den Banden thun und uff freyen Fuß seellen,
solle nochmals geschehen was recht ist.
Probst fragt zum vierten:
Meyer wollet den Scheffen abermal außbeladen recht zu bringen was weit—
ter mit dießer armen Person zu handlen seye, damit Gemelts unsers Ehrw.
Herrn recht und Hohegerichtsgerechtigkeit gehandthebt auch dem armen kein un—
recht widerfahre.
Meyer spricht: Ir Scheffen sollet abtretten und Ju recht erkennen nach leuth
des Probsts Begern.
Autwort der Scheffen: Nach genomenem abtritt erkendt der Scheffen man
solle dem armen die Clag vorlessen, wann er derselben gestendig, so soll noch—
mals weitter geschehen was recht ist.
Probst fragt zum fünften:
Meyer wollet dem Scheffen außbeladen weitter recht zu bringen was fürtbar
miht dießer armen Person zu thun seye, damit pp.
Meyer spricht wie vor: Ir Scheffen sollet außgehen und rechtbringen nach
leuth des Probsts Begeren.
Antwort der Scheffen welcher verkündt:
Der Probst solle die arme mißthättige Person fragen ob sie bürgen zu recht
geben und sich mit recht verantwortten will, wo sie alß dan kein Bürg zu recht
geben wirdt soll man sie widerumb in die uffgelösten Bande nehmen.
Probst sagt zum sechsten:
Meyer wollet dem Scheffen ausbeladen mit recht zu erkennen, was mit die—
ßer armen Person nochmals zu thun sey.
Meyer spricht wie vor: Ir Scheffen sollet außgehen und recht bringen nach
leuth des Probsts Begern.
Autwort der Scheffen: Nach diesem abtritt bringt der Scheffen das Urkhell
in schrifften überliefert dasselb dem Probst und bitt das solches durch den ge—
richtsschreiber öffentlich verlessen werde.
Wan dan der Gefang durch das Urthell zum todt verdambt ist, bricht der
Probst ein Stab, so er in der Haud haben solle, steht zugleich uff und rufst
dem Scharfrichter, überliefert Ihm den Verurteilten mit Befehlt daß er densel—
ben zu dem gewöhulichen richtplatze führen und dem ausgesprochenen Urthel so
jetzt über Ihnen ergangen angenig thun solle.
            
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