Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Die Propstei Klein- und Groß-Bockenheim.

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Momper, Müller daselbst. Der Lies (od. Liesch) Zehnten daselbst ertrug
an Hafer 912 Malter. Der Pastor von Nittel erhielt davon ein Drittel.
Die 23 vereinnahmte das Seminar. Von dem Zehnten zu Düppenweiler,
welcher 381 Malter ertrug, erhielt der Pastor von Reimsbach N Mal—
ter, die übrigen 29 Malter waren dem Seminar bestimmt. (&köllner).
1767 schuldet der Abt von Wädgassen den Simpel — (eine Abgabe)
— nach Merzig mit 28 albus 112 — 49thut für 24 Simpel und
der 3 wegen auferlegten Kriegskosten zusammen 14 Rehthlr. 5 alb. 4d.
Über die Besitzergreifung von der Propstei durch den Bischof von
Trier 1790, sowie über die Ausraubung derselben durch die Franzosen
(1793) siehe die Chronik. Im Jahre 1807 wurden die Klostergüter zu
Perzig ermittelt und für Rechnung des Staates veränßert; nur die eigent—
lichen Pfarrgüter verblieben der Stelle. So rettete auch die Kapelle zu
Haͤrlingen noch ihre Güter, die eigentlich auch Wadgasser Klostergüter
vnrent.

2. Die Propstei Klein- und Groß-Bockenheim.
Als diese Propstei im Jahre 1582 verkauft wurde, da gehörten zu
derselben: J. Klein⸗, 2. Groß-Bockenheim, 3. Kindenheim, 4. Niederflörs—
heim, 5. Dittelsheim, 6. Heßloch, 7. Freimersheim und 8. Münsterdrachheim.
 Die drei ersten Ortschaften liegen in der Pfalz, die folgenden in
Rheinhessen, alle in der Umgegend von Worms und ziemlich nahe beisammen.
Die Ehronik euthält so ausführliche Berichte über diese Propstei und die
cinzelnen Ortschaften, daß wir an dieser Stelle nur darauf zu verweisen
brauchen. Zur Gewinnung eines richtigen Überblicks ist es jedoch notwendig,
die diesbezuͤglichen Angaben der Chronik wieder zu lesen. Dieselbe berichtet
über Klein- üud Großbockenheim: 1192, 96 4; 1200, 26, 58, 66, 68,
71, 77, 92, 96, 98; 1350, 59; 157985, 82; über Niederflörsheim:
1317, 25; Dittelsheim wird erwähnt; 1232, 78, 92; Heßloch: 1232;
Freimersheim: 1278, 92, 1367; Kindenheim: 1196, 13589.
In Verbindung mit der Geschichte dieser Propstei wird auch Gesen—
heim genannt (1359), sowie Pfeddersheim, welches inmitten dieser Be—
fitzungen lag — 1525,30 und 1552. Nicht allzufern in der Pfalz liegen
die Orte All- und Neu-Leiningen, wahrscheinlich die Stammsitze der Grafen
bon Leiningen, die in dieser Geschichte oft genannt werden. Die Annales
des Hugo reden von einem Kloster Klein-Bockenheim Parvum Bouckenhemium,
 silia Vadegot a hioceesis Wormat. Cirearia Vadeg. Bärsch
wollte dagegen behaupten, jenes Kloster habe bei Saarbockenheim oder
Buquenon bei Saarwerden, in Lothringen gelegen; dieser Annahme wider—
streiten jedoch die mitgeteilten Thatsachen, die „Värsch“ nicht alle bekaunt
sein mochten. — Dazu bemerkt auch Köllner: „Diefes Bockenheim liegt in
der Pfalz und war später Leiningisch (oder damals schon) — siehe Kremer
Chartulat S. 277, wo Emich, Graf von Leiningen, dem von Waldeck ein
Burglehen zu Bockenheim gibt.“
Aus dem Umfang und der Bedeutung dieser Propstei kann, nament—
lich nach der bedeutenden Erwerbung von 1292, geschlossen werden, daß
die Propstei nicht nur die grundherrlichen Rechte besaß, sondern über ihre
Unterthanen auch jegliche Gerichtsbarkeit ausübte.
            
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