Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen.

in höchstem Anfehen stand. Diese trat in alle Rechte und Besitzungen der
Augustiner von Sprenkirsbach ein und erhielt auch noch im Jahre 1263
von dem Erzbischof Heinrich von Vinstingen über jene Privilegien und
Einkünfte eine Bestätigung mit fast denselben Worten wie sie der Erz—
bischof Hillin 1153 den damaligen früheren Inhabern übertrug; vergl. Ehr.
1263. Der Wadgasser Chronist bedauert indes, daß die Einkünfte in
Merzig sich nicht entsprechend vermehrt, sich vielmehr noch verringert hätten,
weshalb auch unter Wadgassen aus dem Kloster Merzig niemals mehr
als eine Wadgasser Propstei habe entstehen können. Eine solche blieb die
Zweigniederlassung in Merzig bis zu ihrer Aufhebung. Die Propstei
Merzig, obwohl in vielen Stücken selbständig, stand doch immerfort in
naher Beziehung zu Wadgassen. Mehrere Pröpste von Merzig sind später
Wadgasser AÄbte geworden, und diese wiederum haben immer eine große
Sorgfalt auf das Filialklösterchen in Merzig verwandt.
Die Stadt Merzig und deren Bann war in sieben Vogteien einge—
teilt, wovon die siebente — Propstei genannt wurde. Diese Vogtei, welche
47 Häuser umfaßte, stand dem Wadgasser Propste zu. Derselbe bezog von
jedem Haus ein Rauchhuhn und 1 Handfron jährlich, sowie das Besthaupt;
ferner von eigenen Gärten und Plätzen 7 Rthlr. und 4 Kappen; von einem
50 Morgen großen Hofe 20 Malter Frucht. — Der Propst hatte das
Recht, 30 Paar Tanben zu halten.
Das Merziger Schöffenweistum von 1563 zählt unter den Grund—
herren auch den Abt von Wadgassen auf. „Ann Jren zugethonen Leüten
vf Irer voiteyen wonen haben. Seindt alle mit einander Baiden Chür.
(Erzbischof) vnnd fürsten (Herzog von Lothringen). Als den Hochgerichts—
herrn mit gebot vnnd verbot zugethon vund verwandt.“
Die Schenkung von 1182 erwähnt auch die Fischerei und eine Mühle,
welche die Propstei in Merzig besaß, sowie viele auswärtige Besitzungen.
Bozis ist für Bietzen zu nehmen, sowie Harldingen für Harlingen. Beide
Ortschaften liegen in der Nähe von Merzig auf dem sogenannten Bietzer—
berge. Daselbst liegt auch Menningen, welches mit Harlingen und Bietzen
einen gemeinsamen Bann hatte. Die Propstei hatte Güter und Gefälle in
diesen Ortschaften; sie bezog /5 des Zehnten, welcher 69 Malter Früchte
ertrug. Zu Harlingen besaß die Propstei einen Hof, der für 8 Malter
Früchte jährlich verpachte war. In Verbindung mit Bietzen und Har—
lingen wird auch Fremersdorf (auf dem jenseitigen — linken Saar—
ufer) erwähnt, woselbst die Propstei 1182 Güter erhielt.
Die Propstei Merzig vereinnahmte auch den Zehnten zu Düppenwei—
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seit 1313 (siehe die Ehronik) eine Rente bezog, sowie jedenfalls auch die
Erträge der Güter zu Haustadt. Bei der Propsteiübergabe 1182 wer—
den serner erwähnt: Raildingen, später Rädlingen genannt, an der Mosel
oberhalb Trier, worauf wir später zurückkommen; weiter: Colmen bei Bu—
—
mit Kapelle, Kirchhof und 144 mansus. Endlich wird ein Gnut zu Kesten—
ten (Kesten a. d. Mosel) genannt.
Die Propstei Merzig mußte von ihren Einnahmen mauches an das
Wadgassische Seminar in Trier abgeben. Am 18. Juli 1706 wurde der
Rädlinger Zehnten versteigert für 81/3 Malter Mischelfrucht an Hubert
            
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