Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

D. Die Herrschaft Wadgassen.
9. Knausholz und Derlen (reis Saarlonis).
In der Chronik finden sich über diese Ortschaften Berichte aus den
Jahren 1512, 27, 1614, 1742, 72.
Im Jahre 1512 kauft Wadgassen das halbe Dorf Knausholz um
200 rheinische Gulden. Gemäß einem Verzeichnisse des Wölklinger Hofes
bezw. des Völklinger Hochgerichtes aus dem Jahre 1523 befanden sich
damals in Knausholz ein leer stehendes und drei bewohnte Häuser, welche
drei Familien Obdach gewährten. In dem Kanfakt von 1512 ist aber
auch die Rede von Mühlen und Mühlstätten zu Knausholz.
1527 ist das Kloster Wadgassen im Pfand-Besitze des ganzen Dorfes
Derlen. Auch noch 1548 besaß Wadgassen alle Renten und Gerechtig—
keiten auf dem Teil zu Derlen, der gegen Mittag zur Bouser Seite lag und
einen besondern Bezirk ausmachte. 1614 macht Saarbrücken gegen Wad—
gassen Anspruch auf die Schützengarben zu Derlen.
Gleich vielen andern Ortschaften unserer Gegend wurde Derlen etwa
1631 von den Schweden, wahrscheinlich unter Gustav Adolph, gänzlich ver—
wüstet, seinte Einwohner zerstreut, jedoch nach erfolgtem Frieden durch
Wadgassische Hülse wieder nach und nach hergestellt und bewohnt. Da—
durch wird Wadgassen verschiedene Gerechtsame in Derlen erhalten haben.
(Niessen).
1723 ist Streit zwischen Bous und Derlen wegen eines Weidstriches.
1742 besitzt Wadgassen »z des Becherzehnten und der sogenannten „He—
nengüter“ zu Derlen, die gegen andere private Güter einen besonderen Be—
zirk ausmachten. 1772 stand Derlen ganz unter Nassau-Saarbrückischer
Grundherrschaft.
Das Prästationsregister macht über Derlen und Knausholz folgende
Angaben:
„Groß- und kleiner Zehnden“ siehe sub rub. Zehndregister
Derlen (XB. In Ermangeluug dieses Registers, welches noch nicht aufge—
funden ist, kann ich daher hier keine näheren Angaben machen).
„Frauen-Wies.“ Diese unten an Knausholz liegende sechs aus—
gesteinte Fuder sind vermöge Bannteilung von 1686 und hernach laut
Vergleichs, den Leonard Puffcy'schen Erben 3 Fuder auf ewigen Zins
jährlich für ein Gulden rheinisch verlassen; die anderen drei Fuder obiger
Wies sind an folgende auf Erbbestand verlassen worden, jährlich per Fu—
der 22 alb. 4 d. zu zahlen. XB. Die Beständer pretendieren, nur 5
alb. per Fuder schuldig zu sein.
„Werische Wies.“ Johannes Peter Schmitt zahlt hiervon jähr—
lich drei Bröder Korn Saarbrücker Maß.
„Hättges Felder.“ Johannes Schmitt hat diese übernommen und
zaͤhlt jährlich davon in Saarbrücker Maß ein Faß Korn und ebensoviel Hafer.“
In „Ludolf Symphorema“ vom Jahre 1731 heißt es J. 1490:
„Endlich im Dorff Schwalbach, imgleichen zu Knaußholtz und Derlen hat
das Kloster viele Güter, und von denen Einwohnern schuldige Erb-Zinß
und andere Gefällen. Von welchen Dörfern, daß sie Nassau-Saarbrückischer
Hohheit unterworfen, kein Streit ist.“ — 1802 hatte Derlen 187, Knaus—
holz nur 56 Einwohner.

2*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.